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KINOFILM

Die Tribute von Panem - The Hunger Games

Dieser Film dürfte zu den heißersehntesten dieses Jahres gehören (natürlich wenn man vom „Hobbit“ absieht) und da der Trailer ganz vielversprechend war, wurde er auch durch meine Aufmerksamkeit beglückt. Das wichtigste im Voraus: Nein, man muss das Buch nicht gelesen haben, um den Film zu verstehen und/oder gut zu finden – ich spreche da aus eigener Erfahrung.
Über die Handlung will ich jetzt nicht all zu viele Worte verlieren, Amerika ist nach einer Katastrophe in näherer Zukunft eine Diktatur, unterteilt in 12 Distrikte, welche jedes Jahr jeweils zwei Jugendliche für eine Art modernen Gladiatorenkampf entsenden müssen, bei dem nur einer am Schluss überleben kann. Katniss (großartig: Jennifer Lawrence) wird gewählt und muss nun zusammen mit 23 Anderen bestehen.

Vieles erschließt sich von selbst, denn Gary Ross und sein Team haben beim Worldbuilding und deren Visualisierung hervorragende Arbeit geleistet. Panem hebt sich von den üblichen postapokalyptischen Szenarien im Design angenehm ab und wiedersteht den Versuchungen einer banalen Klischeeisierung bzw. einer übertriebenen Künstlichkeit, sodass es glaubwürdig ist und man sich auf das wesentliche ohne Probleme konzentrieren kann. Besonders die dekadente Oberschicht ist herrlich abstoßend anzusehen: Man stelle sich eine Stadt vor, die nur von Cosplayern bewohnt wird – widerlich und deswegen gut. Die Spannungskurve wird langsam, aber stetig aufgebaut und lässt einen so richtig mitfiebern, auch dank der großartigen Charaktere und einer Besetzung, die bis in die Nebenrollen fast ausnahmslos gut ist. Viele Figuren werden für immer im Gedächtnis bleiben. Die bedrückende und von jeder Moral entfernte Atmosphäre bleibt den ganzen Film über vorhanden, was nicht einfach zu handhaben ist und daher mein Kompliment an das Produktionsteam verdient. Auch der Soundtrack fügt sich nahtlos ein und verleitet zum wieder hören.

Nun zu den Kritikpunkten: Zunächst einmal ist der rhythmische Gleichtakt der Schnitte handwerklich völlig in Ordnung, allerdings hätte ich mir bei den Panoramaaufnahmen doch mehr Zeit zum anschauen gewünscht, zumal es wirklich einiges zu sehen gibt, das so aber leider allzuschnell abgeblendet wird. Ebenso erscheint die Liebesgeschichte etwas herein gezwängt und dadurch plump, besonders die Figur des Peter (oder wie auch immer man ihn schreibt) erfüllt zwar viele Klischees der Romantiker, aber das ist in so einem Film fehl am Platze. Ein alles könnender Loverboy mit viel Kraft, aber wenig Testosteron passt nicht in diese harte Welt, zumal alle anderen Figuren (und besonders die der Katniss) ambivalent erscheinen und er somit unangenehm aus dem Rahmen fällt, was übrigenes schon beim Buch kritisiert wurde. Hier übrigens mein Lob, dass die weibliche Hauptrolle nie zum Stereotypen verkommt. Und schließlich muss bei den Gewaltdarstellungen der nächsten Teile noch eine Schippe draufgelegt werden, auch wenn dadurch die FSK auf 16 hochgesetzt werden wird, sonst dürfte die Darstellung der jetzt in Panem ausbechenden Unruhen unbefriedigend enden.
Insgesamt einer der besten Filme des Jahres, dessen Nachfolgerteile aber noch Potential nach oben haben.
 

kameramann, 18.12.18, 20:26

kameramann
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