Jugendfestler: Passwort: | | |

jugendfest.de - Flimmerkiste

KINOFILM

Iron Sky

Nazis auf dem Mond: alle Verschwörungstheoretiker dürften an diesem Film ihre helle Freude haben, alle anderen einen mordsmäßigen Spaß, aber zunächst einmal sei angemerkt, dass es sich hier um eine Weltpremiere ganz besonderer Art handelt, denn wir haben es mit dem ersten großen Kinofilm zu tun, der mittels Crowdfounding finanziert wurde. Und das war wirklich nicht die schlechteste Idee, musste sich die finnisch-deutsch-australische Koproduktion doch um ein gutes Endresultat kümmern.

Herausgekommen ist eine aberwitzige Trashsatire mit folgender Handlung: Wie die oben Angesprochenen entgegen der Mehrheit schon immer wussten, sind Hitlers Kumpels nach dessen Ende nicht etwa verschwunden, sondern haben nur den Himmelskörper gewechselt. 2018 werden sie von einer amerikanischen Mondmission entdeckt und wollen nun den Endsieg nachholen. Gar nicht so einfach, wenn man nur über hoffnungslos veraltete Technik verfügt. Auch sonst fliegen einem die verrückten Einfälle nur so um die Ohren, und auf der Erde sorgt derweil eine Präsidentin mit starker Ähnlichkeit zu Sarah Palin für Stimmung. Denn sie ist im Wahlkampf und könnte einen Krieg eigentlich ganz gut gebrauchen.

Die Dialoge sind weitab von jeglicher politischer Korrektheit, besonders die Mondnazis hauen mit völkischen Phrasen nur so um sich, offensichtlich unwissend über deren wahren Charakter. Wer 60 Jahre keinen Kontakt zu andersdenkenden hatte, bastelt sich seine Welt eben perfekt zusammen und beseitigt schließlich jeglichen Zweifel. Am Ende zeigt sich denn auch, dass eine weitere Kontaktlosigkeit vermutlich für ein langes nebeneinanderexistieren der Parteien gesorgt hätte – wenn man sich eben nicht immer in die Sachen der Anderen einmischen täte, wäre die Welt doch um einiges friedlicher und ich müsste nicht so viele Konjunktive auspacken. Die Frage nach der Angemessenheit sollte man sich gar nicht erst stellen – denn es geht nicht um Vergangenheitsbewältigung, sondern um den Nazismus an sich, der im Übrigen, so zeigt sich im Verlauf des Films, in jedem schlummert und alle zu blenden vermag.

Viel mehr sollte man nicht verraten, kommen wir zur Beurteilung. Alle Schauspieler sind sichtlich mit Spaß bei der Sache, Götz Otto mimt den Idealarier: heldisch, eisern und bar jeglicher Gefühle außer des Hasses. Ebenfalls passend Christopher Kirby als amerikanischer Astronaut, der von den Allbraunen gefangen wird und zu allem Überfluss auch noch dieselbe Farbe wie deren Ideologie hat. Kirby spielt den Ghettoboy mit Spaß an Klischees, der sich in die Mondlehrerin Renate Richter (Julia Dietze) verliebt und so für paradoxe Situationen sorgt.
Der Soundtrack stammt von der Kultband Laibach und liefert stets die passende Untermalung, was diesen Trashfilm wohl zum bekanntesten seiner Zunft befördern dürfte, schließlich war das Kino selbst einen Monat nach Filmstart immer noch gerammelt voll.
Wer also ohne erhobenen Zeigefinger über Nazis lachen und ein Feuerwerk an Skurrilitäten erleben möchte, ist hier unbedingt richtig.
 

kameramann, 18.12.18, 20:26

kameramann
Auf diesen Beitrag antworten. Empfehlen.

zur -> Übersicht

JF-Mau-Mau:
borstel hat im Mau-Mau gegen malz gewonnen! weiter
Such den Ort:
Punktzahl beim Such.den.Ort.Spiel: 20978 weiter
Kalender:
MoDiMiDoFrSaSo
19202122232425
2627282930311
2345678
9101112131415
heute | alle | Jahresplan

aktual. JFler:
teddy undecided gerd
neue JFler:
samwich noxjoh sonnenschein2002
Jugendfestler:
Direkt zu einem Jugendfestler springen:
> los!

Durchsuchen:
Auf jugendfest.de Verlorenes finden: