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KINOFILM

Die Tribute von Panem - Catching Fire

Nach langer Zeit meldet sich euer aller Filmkritiker zurück, und ich will nicht lang herumreden: Der zweite Teil der Tribute kann sich sehen lassen, reicht aber an den ersten nicht heran. Zu verdanken hat er diesen Umstand seinen spielfreudigen Schauspielern, allen voran natürlich Jennifer Lawrence, der es abermals gelingt, ihre Rolle förmlich zu leben, mit einem irrsinnig guten Gespür für den Ausdruck von Gefühlen.
Zur Handlung: Als Besieger der vom diktatorischen Kapitol vorgegebenen Regeln der Hungerspiele sind Katniss und Peeta (was fürn bescheuerter Name) zum Hoffnungsträger der unterdrückten Distrikte geworden, Rebellion liegt in der Luft. Schlecht für Präsident Snow, der daher zum 75. Jubiläum des Metzelspektakels beschließt, alle Gewinner (und somit auch Katniss) gegeneinander antreten zu lassen, um sich auszulöschen und der Bevölkerung zu zeigen, dass niemand das System besiegen kann.

Bis hier hin eine wahre Freude (und wohltuend ohne effektheischendes 3D), die sich entwickelnde Geschichte, die Akteure, die kreativen Locations auf sich wirken zu lassen. Wenn es einem Darstellerensemble gelingt, nahezu alle Figuren so darzustellen, dass man Sympathien und Abneigungen entwickelt, gleichzeitig die Charaktere aber immer eine gewisse Ambivalenz besitzen – dann ist das ganz große Kunst. Wir bewegen uns hier teilweise auf Game-of-Thrones-Niveau, also eine sehr seltene Spitzenleistung. Auch positiv hervorzuheben die atmosphärischen Orte, von der dekadenten Präsidentenvilla und dem Dorf der Sieger (wirkt wie eine normale Vorstadtsiedlung, stellt aber im armen Distrikt 12 einen exklusiven Nobelbezirk dar), über die kohlenstaubgeschwängerte Heimat der Heldin bis zur die Prachtstraße des Kapitols, welche bestimmt nicht ganz ungewollt an einen Nazi-Aufmarschplatz erinnert; mit Snow als alles beherrschendem Führer im Zentrum. Bis hierhin schon weniger cineastisches Spektakel, eher erlesener Schauspielerfilm. Dann allerdings beginnt der Kampf ums Überleben, und die Spannung der hauptsächlich vom Engagement der Akteure getragenen Story wird abrupt von einer langen Reihe von Actionsequenzen unterbrochen, die einige Logikfehler in das bisher stringente Gesamtbild einspeisen.

Schade, denn auch wenn man sich damit eng ans Buch gehalten hat, fällt trotz der erhöhten Taktzahl die Spannung ab, der Film hat im letzten Drittel einige Längen. Daher wird auch in den Schlusssequenzen etwas arg überstürzt durchgehetzt, man stellt sich am Ende die bange Frage, ob ein auf zwei Filme ausgedehnter letzter Band wirklich noch genügend Füllmaterial für dann wohl insgesamt 5 verbleibende Stunden hat und diese Reihe nicht noch am Ende durch bemühte Langeweile nachlässt. Harry Potter als positives und Twilight als negatives Beispiel dieser unsäglichen, geldgeil wirkenden Mode des Finalaufsplittens lassen mich mit Hoffen und Bangen auf das nächste Jahr blicken. Dennoch ein sehr sehenswerter Film, nicht das beworbene Jahreshighlight, aber die Kinokarte mehr als wert.
 

kameramann, 18.12.18, 20:26

kameramann
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