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jugendfest.de - Literaturecke: GESCHICHTE

Wie Hoppel der Weihnachtshase...

... Krabbel den Käfer rettete


für Vincent
von Nadine und Adrian

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Es war einmal vor langer, langer Zeit ein Ort tief im Märchenwald. An diesem gut verborgenen Ort befand sich eine Wiese. Im Sommer war sie kunterbunt mit Blumen übersät und Vögel sangen die schönsten Lieder im warmen Sonnenschein. Nun war es aber Winter geworden und glitzernder, weißer Schnee bedeckte die Wiese. Kalt war es. Bitter, bitter kalt. Die meisten Vögel flogen bereits in den Süden oder sie waren sogar schon angekommen, und Bären und Igel hatten sich
in ihr Versteck zurückgezogen, um dort den Winter zu verschlafen.

Nun begab es sich an einem dieser Wintertage, dass ein kleiner Hase namens Hoppel über die schneebedeckte Wiese hoppelte. Er hoppelte und zoppelte und droppelte, dass es ihm nur eine Freude war. Anders als die meisten Tiere, machten ihm Kälte und Schnee nichts aus. So ein Hase hat nämlich ein dickes Fell, und Hoppel tat nichts lieber, als im Schnee zu spielen. Er sprang über Berg und Tal und den gefrorenen Bach. Er tollte mit Schneeflocken und pfiff Lieder bis zum Abend, bis ihn seine Mutter zum Essen rief.
„Hoppel“, rief die Hasenmutter ihn dann immer. „Hoppel, mein Schatz – Komm nach Hause! Es ist schon spät.“
Sie gab besonders acht auf ihn, weil er etwas besonderes war. Hoppel, ihr kleiner Sohnemann war der einzige Weihnachtshase im ganzen Märchenwald.
Er fragte immer: „Mama, Mama. Was ist denn eigentlich ein Weihnachtshase? Was macht er denn genau? Wieso sind die anderen nicht auch alle Weih-
nachtshasen?“
Und sie antworte ihm: „Dass du ein Weihnachtshase bist, das sieht man an der roten Nase und was es bedeutet, findest du alleine heraus. Du bist doch ein cleveres Kerlchen.“
Das stimmte. Hoppel wusste in der Hasenschule immer gut Bescheid. Aber was ein Weihnachtshase machte, hatte er bisher noch nicht herausfinden können. Und oft wünschte er sich, ein normaler Hase zu sein wie alle anderen, denn die anderen Hasenkinder wollten nie mit ihm spielen und lachten ihn wegen der roten Nase aus. So war Hoppel immer alleine unterwegs und seine einzigen Freunde waren seine Mama und die Vögel, die im Sommer vom weit entfernten Süden. Aber jetzt war Winter und die Vögel waren nicht mehr da und mit seiner Mama wollte er auch nicht spielen, denn die war schon alt.

Es war am Tage vor Heiligabend, als er gerade am Bach entlang hoppelte, da sah er auf einem Ast einen kleinen roten Punkt sitzen, der genau so aussah, wie seine Nase. Er dachte sich erst: „Hui, da ist ja noch eine Beere vom Sommer übrig. Die esse ich jetzt gleich mal auf.“
Doch als er zu dem Ast herauf hüpfte und die Beere essen wollte, hörte er eine leise Stimme erschrocken quieken.
„Hey!“, quiekte es. „Hey, du Hase! Iss mich doch nicht auf! Ich bin doch keine Beere. Sieh einmal richtig hin! Ich bin doch Krabbel der Käfer.“
„Oh“, sagte Hoppel. Er schämte sich, dass er den Käfer hatte aufessen wollen und es tat ihm Leid. Immer wenn er sich schämte, leuchtete seine rote Nase besonders stark. So auch jetzt. Schnell schloss er seinen Hasenmund und nahm den Käfer stattdessen auf seine Pfote.
„Das tut mir Leid, Krabbel. Ich wusste nicht, dass Käfer im Winter noch herum fliegen. Ich dachte, ihr haltet dann auch Winterschlaf oder fliegt in den Süden. Ist dir denn nicht kalt?“
„Doch doch, mir ist sogar bitterkalt“, bibberte Krabbel der Käfer. „Aber ich weiß nicht, was Käfer im Winter machen.“
Hoppel wunderte sich.
„Was machen denn deine Eltern im Winter?“, fragte er.
Krabbel stiegen Tränen in die kleinen Augen. Stotternd gab er zu, nicht zu wissen, wo seine Eltern waren und was sie machten. Er hatte sie verloren und auch sonst wusste er nicht, wo alle anderen Käfer sich versteckten. Er war ganz alleine in dem schneebedeckten Märchenwald.
„Nun, wie es aussieht kannst du hier aber nicht bleiben, denn es wird mit Sicherheit noch viel, viel kälter werden“, sagte Hoppel, worauf hin Krabbel zu weinen anfing.
„Wo soll ich denn nur hin?“, schniefte er. Er war ja schon von einem Baum zum nächsten und wieder zum nächsten geflogen und hatte niemanden gefunden, der ihm helfen konnte.
Hoppel überlegte.
„Meine Freunde die Vögel fliegen im Winter immer in den Süden, wo es wärmer ist. Wenn sie das machen, kann es für dich ja nicht verkehrt sein.“
Und als Hoppel den Käfer ansah, fasste er einen Entschluss.
„Weißt du was, Krabbel, ich werde dich in den Süden bringen. So kalt wie es ist, hast du bestimmt gar keine Kraft mehr zum Fliegen.“ Er setzte den Käfer auf seine rote Nase und sagte: „Halt dich gut fest!“ Und so hoppelte er los. Gleich wurde es dem Käfer ein bisschen wärmer, denn die rote Nase funktionierte wie eine Heizung.
So hoppelten sie eine Weile und als die Nacht anbrach, dachte Hoppel an seine Mutter, die sich bestimmt um ihn sorgte.
Hätte er nur vorher Bescheid gesagt, aber zum Umkehren war es jetzt zu spät. Wer konnte denn auch wissen, dass der Süden soooooo weit weg war?

Der Mond schien schon am Himmel als Hoppel eine Pause machte. Er hatte gar schrecklichen Hunger. Zum Glück war noch etwas vom Frühstück in seiner Tasche. So aßen die beiden Freunde einen Happen und gingen dann in einer Höhle schlafen.
Es wurde immer kälter, aber Krabbel kuschelte sich in das warme Fell seines Freundes und wärmte sich darin. Bald schlief er ein. Hoppel beobachtete seinen kleinen Freund, bis auch ihm die Augen zu fielen und er ins Reich der Träume verschwand.
Sie schliefen lang und tief, damit sie am Morgen wieder frisch und munter
weiter Richtung Süden hoppeln konnten.
Den ganzen Tag sprang Hoppel durch den Wald und es war so anstrengend, dass er am liebsten wieder umkehren wollte. Doch am heiligen Abend, gerade als seine Müdigkeit am Größten war, sah er in der Ferne ein Licht. Und als er näher kam, staunten er und der Käfer nicht schlecht. Vor ihnen stand ein Haus aus Glas, das über und über mit grünen und saftigen Pflanzen gefüllt war. Es war wie im Paradies. Eine grüne Oase mitten in der Schneelandschaft!
Und bei näherer Betrachtung konnte Krabbel ein paar rote Punkte zwischen den Pflanzen erkennen.
„Schaut mal da ist ja Krabbel der kleine Käfer!“, rief einer der Punkte. Und Krabbel fiel vor Freude aus dem Fell des Hasen und purzelte in den Schnee.
„Das sind ja gar keine Punkte! Das sind ja auch Käfer!“, freute er sich.

„Genau und wie du siehst, die Käfer kennen dich, Krabbel! Ich wette, in diesem gläsernen Haus sind auch deine Eltern“, sagte Hoppel und hob Krabbel auf seine Pfote.
Und kaum hatte er das gesagt, kamen Krabbels Eltern auch schon angeflogen.
„Krabbel! Krabbel! Hier sind wir.“
Krabbel flog zu seiner Mama und wurde herzlich in die Arme geschlossen. Und auch der Käfervater begrüßte seinen Sprössling überglücklich! Froh flog die Familie zusammen in das warme Haus aus Glas und die Käferfamilie bedankte sich bei dem mutigen Hasen Hoppel mit der roten Nase. Ein tolles Weihnachtsgeschenk war das – ein großen Wiedersehen und alle Käfer freuten sich und feierten zusammen Weihnachten.
Hoppel wäre gerne länger geblieben, aber seine Mutter machte sich sicher schon Sorgen um ihn darum sagte er allen auf wieder sehen und hoppelte zurück nach Hause.
Seine Mama freute sich, dass er wieder zuhause war. Sie hatte sich große Sorgen gemacht. Aber als Hoppel die Geschichte erzählte, wie er Krabbel gerettet hatte, da freute sich die Mama umso mehr.
„Jetzt bist du ein richtiger Weihnachtshase!“, sagte sie.
Und jetzt hatte Hoppel verstanden, was sie damit meinte.

Von: delamarck, 02.01.2008, 11:05.
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KOMMENTARE:

Schöne Geschichte und toll geschrieben!
von: benzinoz, 02.01.2008, 18:01


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