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jugendfest.de - Literaturecke: GESCHICHTE

No Name

Es war ein sehr warmer Tag. Die Hitze hatte schon fast allen Pflanzen das Wasser herausgesogen, so dass sie schon ziemlich verkümmert aussahen. Ich mochte das Landleben nicht. In der Stadt war es besser, da dort viel mehr los war und in der Schule hatte ich immerhin Freunde gefunden... aber das war ja anscheinend nicht so wichtig. Meine "Eltern", wie sie sich nannten, meinten es wäre eine bessere Umgebung für mich. Woher sollten sie denn wissen, was das beste für mich sei? Sie kannten mich ja gar nicht richtig ... sie waren jetzt schon meine siebte Pflegefamilie. Als ich noch ein Baby war, wurde ich vor einem Heim ausgesetzt... das haben mir jedenfalls die Betreuer des "Sunny Sky" Kinderheims erzählt. "Wir sind gleich da," sagte meine Pflegemutter Beth, mit einem Lächeln auf dem Gesicht, "gefällt dir die Aussicht bis jetzt? Es sind zwar 39 Grad, aber wenn wieder etwas Regen fällt wird es hier wunderschöne Blumenwiesen geben!" "Na toll, jetzt werde ich auch noch zu einem Landei mutieren!" gab ich giftig zurück. "Ach, so schlimm wird es schon nicht sein, Leon," grinste mein Pflegevater Jeffrey und zwinkerte mir im Rückspiegel zu. Wir saßen noch immer im Auto. Die Klimaanlage minderte die Hitze ein wenig, die schon seit mehreren Monaten die Menschen von South Island plagte. Die Frau im Radio redete über das Wetter der kommenden Tage, das genauso bleiben sollte wie in letzter Zeit. Beinahe jeder meinte, das sich das Wetter auch nicht mehr viel in diesem Sommer ändern würde. Nur ein paar Leute hatten die Hoffnung auf Regen noch nicht aufgegeben und ließen ihre Regentonnen draußen stehen. Wir fuhren jetzt schon etwa 4 Stunden mit dem VW durch die Landschaft und kamen dann in ein kleines, ruhiges Dorf namens "Red Hill Village". "Sieh mal... ,da ist deine Schule! Die sieht wirklich hübsch aus" meinte Beth begeistert von der kleinen Dorfschule, die den Namen "Red Hill Highschool" trug. "Roter Hügel ... seit wann sind Hügel denn rot? Außerdem sieht die Schule total alt aus, als würde sie bald ineinander zusammenfallen..." flüsterte ich zu mir, so dass es die zwei nicht hören konnten. "Endlich mal wieder frische Landluft!" Jeff atmete tief ein. Es erinnerte ihn an seine Kindheit, da er als kleiner Junge auf einem Bauernhof verlebt hatte, bis seine Eltern alles verkauften und beschlossen hatten in die Stadt zu ziehen.
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Nach ein paar Minuten sahen wir am Ende des Dorfes einen kleinen Hügel mit einer Villa. " Die Dorfbewohner nennen es die "Red Hill Villa". Ist ziemlich beeindruckend, oder was mein ihr?" sagte Jeff, der aus dem Staunen nicht mehr herauszukommen schien. "Ja sie ist wirklich wunderschön! Sogar schon von weitem kann man den schönen Bau der Villa bewundern, nicht wahr Leon?" Ich antwortete erst gar nicht. Ja klar, sie war beeindruckend, darüber ließ sich nicht streiten, aber ich wollte trotzdem wieder in die Stadt zu meinen Freunden. Darum versuchte ich, möglichst uninteressiert und gelangweilt zu wirken, was mir auch gut gelang. "Die großen Gebäude in der Stadt wären für einen Bauern auch interessant, aber wenn er erst einmal eine Weile dort lebt, wird es für ihn auch zum alltäglich." Trotz meiner Bemerkungen ließen sie sich ihre Laune nicht verderben. Wir kamen an ein großes Tor, in dem viele kleine Kunstwerke eingeschnitzt waren. Und genauso kunstvoll war die Villa verziert, an der man kleine Figuren sah. Die waren aber zu weit oben , um sie von unten deutlich zu erkennen. Ich vermutete den Umrissen nach , dass es kleine Engel seien. Innen war alles riesig groß, mehr Zimmer als sie normale Leute eigentlich benötigen würden. Doch vielen Menschen ist es ja immer noch nicht ausreichend genug. Mein Zimmer im 2. Stock schien eines der größten zu sein . Ich schmiss meine Sachen in die Ecke und ließ mich auf das Bett fallen. Wieder ein neues Zuhause, wer weiß wie lange ich diesmal hier bleiben würde... "Na, Leon gefällt dir dein neues Zimmer?" Beth lugte zum Zimmer rein und lächelte wie immer. "Es gibt gleich Abendessen", "Ich hab keinen Hunger" brummte ich launisch. "Du musst ja nicht viel essen.... wenigstens nur ein bißchen, okay?" versuchte sie mich zu überreden. "Na gut, ich komm gleich runter," erwiderte ich. Sonst würde sie mir wahrscheinlich noch den ganzen Abend damit in den Ohren liegen, dass ich doch wenigstens etwas essen sollte. Beth machte die Tür zu und ging wieder runter in die Küche, wie es schien. Ich stand von meinem Bett auf und ging runter in das Esszimmer, wo wir gemeinsam zu Abend aßen. Ich verdrückte ein Brötchen mit Käse und Marmelade, wünschte den beiden eine gute Nacht und ging wieder in mein Zimmer. Man sah den beiden an, dass sie sich um mich sorgten. Wenn es aber nach mir gegangen wäre, hätten sie sich lieber um sich selbst Sorgen machen sollen.


to be continued...

Von: tomkaulitz777, 12.12.2008, 18:23.
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KOMMENTARE:

klingt gut. nett zu lesen. :D
von: jenny93 am 28.08.2009, 13:48


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