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jugendfest.de - Literaturecke: BERICHT

Weihnachten vor Ort

Nur um euch alle wissen zu lassen ob ich Weihnachten in israel gebuehrend gefeiert habe:

Ja ich war in Jerusalem,
in der deutschen Gemeinde der Erloeserkirche.
Um 22:30 begann der Gottesdienst, es gab Textpassagen in Hebraeisch, Englisch, Deutsch und Arabisch.
Eben sehr multikulti wie Jerusalem selbst ist.
Allerdings gab es fuer alle Passagen im Beiheft eine deutsche Zusammenfassung.
Es gab Weihnachtslieder, eine Predikt, eine kleine Krippe war aufgebaut.
Ein Krippensiel hatte man nicht aufgefahren.
Wie ein Weihnachtsgottendienst hat es sich auch nicht richtig angefuehlt.
Warum?

Einfach!

In Deutschland wird man vier ganze Wochen darauf vorbereitet sich adventlich und weihnachtlich zu fuehlen und dann ist dieser Tag endlich da, der Hoehepunkt vordem sich die Spannung kontinuierlich gesteigert hat, nun keine Spannung kein Hoehepunkt.
Hier gibt es keine Deko, keine Weihnachtsmaerkte, kein spezielles Fernsehprogramm... eben nichts was einen auch nur daran denken laesst das Weihnachten vor der Tuer steht.

Nach dem Gottesdienst, also um Mitternacht wurde von der Gemeinde eine Nachtwanderung nach Bethlehem unternommen, wenn schon dennschon, natuerlich habe ich mich nicht bitten lassen drei Stunden durch die Nacht zu latschen.

Bethlehem ist mit Abstand am meisten fuer Weihnachten geschmueckt, allerdings auch nur die Strassen und nicht die Haeuser denn es ist ja eine arabische und somit muslimische Stadt.
Dort angekommen gingen wir in die Geburtskirche Jesu'diese hat ein katholisches Kirchenschiff, die Geburtsgrotte selbst ist allerdings im Griechisch-orthodoxen teil der Kirche.

Sagen wir mal unauffaellig und bescheiden ist anders.

Voll mit Kerzen und Laempchen, Ikonen, Gold, Stoff, Teppichen, fiehl es doch sehr schwer sich das aermliche Paar mit dem Neugeborenen Kind inklusive Ox, Esel und Hirten vorzustellen.
In dieser Nacht ist in Bethlehem natuerlich ein kommen und gehen ohne gleichen.

Im 15-Minuten-Takt kommen Gesiliche verschiedener Nationalitaeten und Konfessionen und lesen aus der Bibel, einige Menschen knien auf dem Marmorboden und beten, andere liegen in den Eken und schlafen.
Das zeigt zwar die tolle Vielfalt der Christenheit, aber die Gesamtsituation ist ziemlich grotesk und somit fiel es schwer den tollen Ort zu geniesen, zumal es ja mitten in der Nacht war.

Da sitzt man also da und denkt sich "hier und heute vor zweitausend Jahre (plus-minus das ist ja immernoch umstritten) ist es also passiert!" aber glaubt mir, ich hatte dort nicht DAS Erlebnis mit Gott.

Anschliessend waren wir in einem kleinen Falafelladen der in dieser Nacht noch geoeffnet war. Wir hatten naemlich, Witz des Tages, keine Herberge, und was will man die ganze Nacht in der Geburtskirche Jesu machen...

Dort haben wir dann Tee getrunken und geredet bis die Sonne sich raustraute.

Dann besuchten wir noch eine kleine weitere Kirche wo Maria Jesus gestillt haben soll (fuenf Minuten von der Geburtskirche entfernt, kann ich mir vorstellen wie schnell Die voran gekommen sind wenn sie schon nach 300 Metern das erste mal zum Stillen anhalten mussten.)

Schliesslich hat uns ein Taxi zu den Hirtenfeldern gebracht,
die fand ich wirklich schoen, nix zu meckern, dies mal, eine ganz kleine bescheidene Kirche ohne grosses Primborium.
Umgeben von Feldern auf denen den Hirten die Engel erschienen sein sollen.
Da wir so frueh waren, waren wir auch fast allein dort und haben meine Adventskalender-Abziehbild-Weihnachtsgeschichte komplett vorgelesen.
Dort barfuss in der Sonne zu sitzen habe ich echt total genossen!

Spaeter sind wir dann zu einer Volontaers WG in Gilo (zwischen Jerusalem und Bethlehem ) gefahren und haben erstmal Rotkraut mit Kartoffeln gekocht, das musste sein!
Dort haben wir dann noch etwas auf der Couch gekneult und sind dann einfach ins Bett!

Es war nicht das tollste Weihnachten das ich je hatte, aber ich bin vollkommen zufrieden mit allem was wir gemacht haben, es war schoen und die Erfahrung, wennauch so anders als vielleicht erwartet, auf jedenfall wert.

Morgen ist Silvester und ich fahre mit meinem Freund in den Norden um dort am Strand zu campen, wir werden selfmade Gluehwein trinken (ich wahlweise Kinderpunsch) und uns hoffentlich nicht den Hintern abfrieren.

guten Rutsch

schalom schalom

Jana

Diesen Text hat kleinexbielatal als Israel-Korrespondent geschrieben.

Von: kleinexbielatal, 30.12.2014, 22:44.
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KOMMENTARE:

das hast du wunderbar geschrieben Jana. (:
von: froschii am 03.01.2015, 17:40

Danke für diesen schönen Artikel. Ich kann mir vorstellen, dass es am Heiligabend in Bethlehem schon ganz schön unheilig zu geht. Ich habe Bethlehem anders erlebt. Mitte Dez. 1998 waren wir mit unserer Gruppe von 20 Mann alleine in der Geburtskirche und ich hatte genug Muße innerlich "Ich steh an deiner Krippen hier" anzustimmen. Dabei ist es völlig egal, ob Jesus genau dort geboren wurde oder in einer der zahlreichen Grotten in Bethlehems Umgebung, die früher als Stall dienten oder ganz woanders. Und auch die verzierte Geburtsgrotte ist unwichtig. Entscheidend ist, dass Millionen von Christen dort seit mindestens 1700 Jahren (Alter der Kirche) an die Menschwerdung Gottes gedacht und geglaubt haben. So etwas bleibt am Ort spürbar haften. Zwei Ergänzungen möchte ich zu deinem Text noch anbringen: 1. Es gibt in der Umgebung Bethlehems mehrere Hirtenfelder, je nach Konfession. 2. Araber müssen keine Muslime sein: Ein Viertel der Bewohner Bethlehems sind Christen - christliche Araber!
von: marek am 12.01.2015, 22:27

Lieber Marek, Was ich da in Bethlehem gefühlt habe ist vermutlich das Produkt der Kollidion von Erwartungen, Wirklichkeit und Gesamtsituation. Ich bin sicher für sehr viele Menschen ist es ein ganz wunderbares Erlebnis dort zu sein und es erfüllt sie in ihrem Glauben. Was es mir persönlich erneut bewiesen hat dort zu sein und erwartungsgemessen wenig zu fühlen ist das es egal ist wo du bist um Gottes und Jesu Nähe zu spühren, oder eben nicht. Das mit den vielen Hirtenfeldern wusste ich nicht, danke für die Ergänzung Und danke für den Tipp mit den Arabern mir ist das natürlich klar aber ich sollt in den Texten da wohl etwas besser drauf achten keine falschen Eindrücke zu vermitteln (;
von: kleinexbielatal am 14.01.2015, 17:28


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