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jugendfest.de - Literaturecke: BERICHT

bye, bye - must fly

Bye, bye – must fly …

Nun heisst es wirklich schon Abschied nehmen fuer mich – von meiner Aupairtaetigkeit, sowie 10 Monaten Irlandkorrespondentenstatus!
Vor mir liegen nur noch 4 Tage Arbeit, 4 Tage Galway-Kurztrip, 4 Tage zum Verabschieden von Menschen und Umgebung, und zum groenenden Abschluss 2 Tage oxegen festival (Rockfestival mit Green Day, The Killers, Foo Fighters, Keane,….und 70000 Fans) – danach gehts im Anschluss mit dem 7.00 Uhr Flug (in der Frueh, jawohll!!) zurueck nach good old Germany ….
Hinter mir liegt …wo fange ich an? Eine Zeit in der ich einiges an Lebensweisheit dazugewonnen habe – und damit meine ich nicht unbedingt meine Englisch-, Kindererziehungs- und Haushaltsfuehrungskenntnisse. Damit eine der besten Entscheidungen die ich selbststaendig fuer mich getroffen habe, denn – so darf ich zu behaupten wagen – diese Ehrfahrung hat mich natuerlich vorallem in meiner Persoenlichkeitsentwicklung voran gebracht. Es faengt schon dabei an, dass es mir leichter faellt loszulassen, denn das habe ich in der letzten Zeit staendig tun muessen.
Trotzalledem einiges wird mir fehlen! Von der traumhaft gruenen Landschaft brauche ich euch ja nicht mehr vorschwaermen, oder? Gerade gehe ich auch staendig raus, einfach um nochmal bewusst diese einzigartig irische Luft einzuatmen. Meine Freundin hier beschrieb es so: “Ein bisschen wie bei meiner Oma auf der Alp mit Nordsee gemischt, natuerlich aber noch was ganz eigenes!” Eben das seltsame Seeluftfeeling staendig in der Nase, auch wenn nur Berge zu sehen sind (Die Wicklow Mountains, aber das Meer ist nur 30 Meilen entfernt). Auf der Hand liegt natuerlich auch, dass mir meine girlies fehlen werden. Am traurigsten stimmt mich meine kleine Orla (2 ½), denn sie wird sich ja bald nicht mehr an mich erinnern koennen, obwohl wir jetzt gerade so richtig eng miteinander sind. Mein Baby … *Schnief* *zusammenreiss* Sophia (9), mit der ich gleich von Anfang an eine sehr gute Beziehung hatte und die sicherlich die Anhaenglichste ist, guckt jetzt schon sauer wenn ich erwaehne, dass wir uns bald trennen muessen. Mit ihr habe ich sicherlich auch am moisten gesprochen und diskutiert waehrend meiner Zeit hier, ihr gebuehrt also einiges an Lob und Respekt fuer ihre Geduld mit meinem Englisch. Die grosse (Leah, 12) hat mich nicht so wirklich in Anspruch genommen und ist ja wirklich schon sehr selbststaendig. Aber allein die lebensgefaehrlich laute Britney Spears Musik morgens frueh um acht (hat man das bei euch gehoert?) – irgendwie werde ich selbst das vermissen. Und meinen Gasteltern bin ich, auch wenn unsere Beziehung vielleicht nicht besonders eng war, unheimlich dankbar fuer das Vertrauen, das sie mir von Anfang an gezeigt haben und die Freiheit, die ich geniessen durfte. Natuerlich habe ich mich taeglich ueber ihre Erziehungsmethoden und die verzogenen Kinder, das unordentliche Haus und ab und zu natuerlich Ausnutzungsgefuehle aufgeregt – aber ich glaube trotzdem in der fuer mich perfekten Familie gelandet zu sein. Ach ja, Mizzy, die 14jaehrige schnurrige Rassekatze und Alfy, der zum Staubsauger umfunktionierte Hund, der am liebsten in mein Bett gepinkelt hat, ien haette ich bald vergessen…
Einige Freundschaften habe ich natuerlich auch geschlossen, die besten mit meinen Aupairkolleginnen. Aber auch die Leute von der Kirche hier, die Gruppe die sich regelmaessig im Stammpub zusammenfand und meine Mitkaempfer aus aller Welt in der Sprachschule … alle die gehoeren dazu.
Und wenn mein Ego mal wieder unten ist, dann werde ich mich nach den irischen lads sehnen, die sich halb das Genick brechen, wenn sie dir aus dem Autofenster hinterher starren oder die du im Pub oder Nightclub nicht wieder loskriegst, falls du sie aus Versehen laenger als 2 Sekunden angeschaut hast… Auch die restliche irische Bevoelkerung ist was ganz eigenes und ich wuerde sagen nicht unbedingt freundlicher als so mancher Deutscher, aber unkomplizierter und hilfbereiter. Und natuerlich kennt jeder irgendwie jeden, ausserdem habe ich mit Leuten dinniert, die mit Bono zusammenarbeiten oder deren Reitlehrerin die Verlobte des Saengers von BellX1 ist …falls euch das was sagt. In jedem Fall; alles ist irgendwie kleiner, gemuetlicher,…eben irisch (mir fallen gerade keine passenden Attribute mehr ein, mein deutsch ist arg rudimentaer zur Zeit).
Beschreibungen sind aber, wenn ich mir das so durchlese, nie eine Garantie dafuer, dass ihr genau das Irland wirklich erlebt, falls es euch hier her verschlaegt. Am besten ist halt immer noch, man erlebt es selbst. Aupairfreundinnen von mir haben teilweise beschlossen hier zu bleiben, bzw. nach dem Studium wieder zu kommen – weil sie der Meinung sind im faschen Land gross geworden zu sein. Ich persoenlich freue mich trotz allem auf die alte Heimat und habe mehr als einmal hier gemerkt, wie deutsch ich wirklich bin. Aber immer wenn das Fernweh mich packt, habe ich jetzt immer eine handvoll Tueren, an die ich hier klopfen kann (es gibt tatsaechlich nur sehr wenig Klingeln im nicht staedtigen Bereich) …


Diesen Text hat friedel als Ireland-Korrespondent geschrieben.

Von: friedel, 26.06.2005, 12:32.
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KOMMENTARE:

sehr schön, lässt so gut mitfühlen, dankeschön
von: rasputinum, 28.06.2005, 21:20

tolll beschrieben
von: dierasche, 30.06.2005, 15:48

Echt super geschrieben der Text. Ich finde es zu beneiden solch Dinge erlebt zu haben. Jedoch könnte ich es nicht, mein Heimweh wäre viel, viel zu groß!!
von: mia168, 01.07.2005, 12:48

schön schön was man hier noch so entdecken kann
von: johnniewalker am 08.09.2008, 11:29


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