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jugendfest.de - Literaturecke: BERICHT

Einsertour durchs Bielatal

Die Idee schwebte Marek schon länger im Kopf herum: alle I-er Wege im Bielatal an einem Tag. Nachdem Kay zugesagt hatte mitzumachen, wurde eine Liste zusammengestellt. Es erschien uns eigentlich unmöglich. Aber woher will man das so genau wissen, wenn man es nicht probiert hat? Deshalb starteten wir am 29.05. sehr zeitig.
Um 4.30 Uhr, noch ohne einen Sonnenstrahl, standen wir vor der Waldkapelle. Der AW sollte unser erster von insgesamt 75 Wegen sein. Die Sprung-I-en hatten wir aus der Planung herausgenommen. Sprünge gehören nicht zum Klettern ;-). Marek ist mit Stirnlampe vorgestiegen. Wir wollten zwar auch viel frei klettern, weil das schneller geht, aber nicht im Dunkeln. Dann schnell weiter zur Zerklüfteten Wand. Hier waren gleich vier I-er Wege zu bezwingen. Den AW haben wir als erstes gemacht. Diesen sind wir auch immer zurück gestiegen. Der Dreckweg hielt, was der Name versprach, und auch der Flügelweg war um keinen Deut besser. Diese beiden und auch den Klüftelweg haben wir (wegen dem Dreck) dann schon wieder mit Seil machen müssen, obwohl letzterer im Nachhinein wohl auch ohne gegangen wäre. So ging uns das dann noch ziemlich oft. Aber woher soll man das alles vorher wissen?
Die Zeit drängte und erste Ahnungen, dass wir es nicht schaffen würden, wurden wach. Nach Schluchtweg (sehr schön) und AW an der Herkuleswand war es eigentlich klar. Wir beschlossen aber, weiter zu machen. Es war ja erst 8.00 Uhr. So folgten Herkulessohn AW im Schnelldurchgang ohne Seil. Der Talweg am Vorderen Schroffen Stein war aber wieder ein Fall zum Vorsteigen. Marek erledigte das. Mit so viel Luft unterm Hintern muss man nicht unbedingt frei klettern. Auf dem Gipfel trafen wir dann die ersten anderen Kletterer. Den AW sind wir dann wieder ohne Seil geklettert. Hoch und auch runter.
Danach folgten Hinterer Schroffer Stein AW, Wegelagerer AW, Hallenstein Blockkamin, Sonnenwendstein AW & Feuchter Weg, Mandarin AW, Nasser Stein AW & Nordweg, Raupe AW und Gesuchter Turm AW wieder ohne Sicherung. Na ja, nicht ganz. Denn Hallenstein wollten wir nicht frei machen. Marek hat ihn vorgestiegen. In den meisten Fällen hatten wir aber das Seil zum Abseilen auf dem Rücken mitgenommen. Den Plattenweg am Gesuchten Turm hat Kay dann wieder ordentlich am Seil vorgestiegen. Nach Ringelturm AW, Dachsenstein AW (beide ohne Sicherung), Dachsenstein Südostkamin und Ottostein AW (erst Kay dann Marek im Vorstieg) haben wir Mittagspause gemacht und beraten.
Die Zeit sagte nun schon weit nach Mittag (14.30 Uhr). Da wir eh nicht mehr alles schaffen konnten, beschlossen wir die Tour auf 2 Tage zu verteilen und gleich rüber zum Glasergrund zu gehen, um von da die Tour zurück zur Schweizermühle fortzuführen. Am Ottostein hatten wir erstmals ein fremdes Seil zum Abseilen nutzen können. Das war eigentlich viel öfter eingeplant gewesen.
Nachdem wir uns gestärkt hatten, ging es also hinüber zur Glasergrundwand. AW, Variante zum AW, Birkenweg, Südostkamin und Abendweg ließen sich gut ohne Seil klettern. Der AW diente hier immer als Abstieg. Nur beim letzten Weg konnten wir wieder ein fremdes Seil zu Hilfe nehmen. Ähnlich lief es an der Glasergrundwarte. Nach AW und Nordostweg konnten wir am Seil eines Bekannten von Marek, der zufällig mit seiner Freundin da war, abseilen. So langsam ging hier schon unser 6-Liter-Getränkevorrat zur Neige. Eigentlich wollten wir ja am Singeborn nachfüllen, aber da sind wir ja nun nicht vorbeigekommen.
Unbenannter Turm AW und Wigwam AW & Südwestkamin haben wir auch wieder ohne Sicherung geklettert. Am Mittleren Wiesenstein und Wiesenkopf (jeweils den AW) ist Kay vorgestiegen. Die beiden Wege am Zauberberg (Leichter Weg und AW) sowie die 3 an der Johannismauer (AW, Tunnelvariante und Südweg) haben wir wieder ohne Seil erklommen, wobei Marek sich am Südweg dann doch sichern lassen hat. Hier haben wir, wie auch schon am Dachsenstein, das Seil nur beim ersten Weg mit hochgetragen und dann in der Abseile liegen gelassen. Artariastein AW und Doggenturm AW ist Marek vorgestiegen. Den ersteren wollte keiner von uns frei machen und am letzteren war es schon wieder fast dunkel. Nach sehr vielen „Ach, ach, ach“ von Kay sind wir dann gegen 21.30 Uhr mit einem kleinen Sonnenbrand, einem großen Durst und ziemlich K.O. aber mit 44 Wegen wieder am Auto angekommen. Das nächste Mal muss mehr zu trinken mit! Erlösung vom Durst gab es aber noch in Bielatal bei Kay’s Schwägerin.

Bis der nächste Teil der Tour beginnen konnte, vergingen über 2 Monate. Die verbleibenden 31 Wege sollten ja nun keinen ganzen Tag mehr dauern, meinte Marek. Kay war da eher skeptisch und so sind wir am 31. Juli morgens um 5.00 Uhr am Parkplatz Ottomühle gestartet. Am Abend vorher hatte es zwar bis in die Nacht hinein geregnet, aber einen Versuch wollten wir schon machen. Der erste Gipfel war heute der Waldschratt. Auf Grund des Wetters und wahrscheinlich auch sonst haben wir den AW nur mit Seil geklettert, zuerst Kay, und Marek hinterher. Die Felsoberfläche war schon ziemlich abgetrocknet, aber der Waldboden nicht. So mussten wir vor und nach jedem Gipfel die Schuhe umziehen. Auch waren die Strecken zwischen den einzelnen Gipfeln meist größer als beim ersten Teil. Felicitas war nicht so viel weiter. Marek hat hier den AW vorgestiegen. Anschließend waren die Eislochtürme dran. Kay stieg den großen und Marek den kleinen vor. Von oben ging es über eine tolle Abseilpiste wieder zu den Rucksäcken.
Weiter ging’s zur Unke. Es war zwar schon fast 9.30 Uhr, aber noch keine anderen Kletterer zu sehen. Wollten die alle nicht? Den AW stieg wieder Kay und den Bergweg Marek. Immer schön abwechselnd.
Am Bonze sollte der AW eigentlich frei gemacht werden, aber beim Übertritt vom Vor- zum Hauptgipfel schien uns eine Sicherung doch angeraten. Der AW an der Versteckten Wand ging dann ganz ohne Sicherung. Nur für den Abstieg wurde das Seil hochgeworfen. Gleiches galt auch für den Würfel. Kay hatte Angst, beim Abstieg stecken zu bleiben, da der Durchgang mehr als eng ist. Beim Hilfssheriff endlich ging der AW hoch und runter ohne Seil. Marek fand hier sogar eine Abseilacht. Der Verlierer wird sie hier sicher nicht gebraucht haben, aber wenn er sie vermisst, kann er sich ja mal bei uns melden. Kay ist dann gleich den Bergweg abgestiegen und musste nun auf Marek warten, bis der auf dem Massiv ankam. Dann schnell gesichert den Bergweg zurück auf den Gipfel: erst Kay, dann Marek und dann abseilen. Den AW am Sheriff selber konnten wir frei hoch und runter steigen. An der Falkenwand war aber wieder das Seil gefragt. Zuerst stieg Marek die Südostschlucht vor. Da war ganz gut Sand gestreut. Dabei war es weder glatt noch Winter ;-) Den AW machte dann wieder Kay.
Nun querten wir den Dürrebielegrund und suchten den Ameisenstein. Als wir ihn endlich gefunden hatten, hielt sich die Begeisterung erwarteter Maßen in Grenzen. Am Westweg sah man kaum Felsen - nur Gebüsch und Gesträuch. Es war ganz sicher der ekligste Weg auf unserer Tour. Aber was soll’s. Kay nahm den Weg in Angriff und wurde mit einer 75. Begehung belohnt. Das Seil blieb wieder gleich hängen. Den AW machten wir wieder frei. Genau so ging’s auch an der Gralsburg Südwestzinne. Den Vergessenen Kamin stieg Marek vor und den AW stiegen wir ohne Sicherung.
Am Griechischen Viertel machten wir noch schnell den Leichten Weg an der Akropolis ohne Sicherung und dann erstmal Mittagspause. Die Uhr zeigte inzwischen schon nach 14.00 Uhr oder so. Hier waren auch noch andere Kletterer zu Gange. Am Euklid sparten wir uns gleich mal die Kletterschuhe. Kay stieg mit seinen Wanderschuhen und Marek barfuß. Das ging so hoch und runter.
Am Bergweg des Perikles brauchten wir wieder etwas mehr Zeit. Diese I könnte auch gut als III oder gar IV durchgehen. Der Übertritt war nämlich ganz schön weit und die Griffe sehr dürftig und klein. Kay brauchte ganz schön lange zum Vorsteigen und Marek noch länger zum Nachkommen.
Nach den Griechen ging’s auf den „Rückweg“. Auf der anderen Seite des Tales wartete schon Castello auf uns. Es waren AW und Variante zum AW zu klettern. Die gingen beide ohne Sicherung. Hier waren auch wieder andere Kletterer auf dem Gipfel. Wir durften ihr Seil benutzen. Das sparte uns wieder ein paar Minuten Zeit. Die Schneewand war unser nächstes Ziel. Auch hier war wieder ein Bergweg zu steigen. Kay „durfte“ wieder vor. Auf der Suche nach dem Osterkegel trafen wir zuerst auf die Bielazinne. Der AW ging ohne Seil hoch und mit wieder hinunter. Am Kegel dann versuchte sich Marek nochmal an einem Bergweg. Ging doch! Kay stieg nach und kletterte dann den Schartenkamin zuerst.
So langsam wurde es spät. Es war nun schon wieder 19.00 Uhr und wir hatten noch 4 Wege. Jetzt aber Beeilung! Den AW am Waldturm stieg wieder Kay vor. Wie er später zu Hause beim Einschreiben feststellte, hatte er ihn schon früher als seinen 100. (verschiedenen) Gipfel gemacht. Der Schwarzmühlenwächter wurde ohne Sicherung gestiegen. Abseilen, zusammenpacken und den Rumpelstilz suchen waren unsere nächsten Aufgaben. Eigentlich konnte man den AW ja auch frei machen, aber heute Abend nicht mehr. So stieg Kay noch ein letztes mal vor, denn den AW auf die Kleine Zinne sollte Marek vorsteigen. Der Zugang zur Hochscharte von unten stellte auch den Westweg vom Ameisenstein in den Schatten. So klitschig und eklig war sonst noch nie etwas gewesen. Folgerichtig nahmen wir für den Rückweg den weniger rutschigen oberen Zugang.
Nun war es geschafft! Alle 75 I-er Wege an 50 Gipfeln und Quacken waren bezwungen. Am Auto verriet uns ein Blick auf die Uhr, dass 2 volle Tage nötig waren. Zumindest für uns. Es war schon nach 21.00 Uhr. Wenn man davon ausgeht, das Schuhe wechseln immer ca. 2-3 Minuten dauerte, hatten wir an diesem zweiten Tag wahrscheinlich 2 Stunden damit verplempert. Da brauchte man sich nicht zu fragen, warum das alles so lange gedauert hatte. Sehr viel Glück hatten wir an beiden Tagen mit dem Wetter. Am ersten war es ziemlich warm und auch am zweiten trotz einiger Wolken durchgängig trocken von oben.
Zum Schluss bleibt nur zu sagen: Es hat Spaß gemacht und war sicher auch eine gute Übung und Training. Wer so ängstlich (oder vorsichtig?) ist wie wir und auch für Einser Wege eine Sicherung braucht, kann natürlich nicht alles an einem Tag schaffen, aber was soll’s. Ein bisschen verrückt muss man schon auch sein um es nur zu versuchen. Aber wer nicht wenigstens ein bisschen verrückt ist, ist doch nicht normal, oder?

Von: flint, 10.08.2005, 17:51.
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KOMMENTARE:

geil,muss ich auch ma machen...versucht doch ma alle 12er im gebirge zu machen,das sind nicht so viele...nein scherz jungs,ihr verdient meinen allerhöchsten(und das mein ich ernst) respekt.hab´t ihr euch auch immer eingeschrieben???
von: nordwand, 03.11.2005, 15:33

Ja klar doch. Das hat ja am längsten gedauert ;-)
von: flint, 03.11.2005, 16:49


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