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jugendfest.de - Literaturecke: TAGEBUCH

Festrede zu 5 Jahre jugendfest.de

Liebe Jugendfestler,

neulich Abend war ich wieder online auf jugendfest.de.

Zugegeben, das passiert nicht so oft.
Aber spätestens wenn ich 5 E-Mails mit dem Hinweis bekommen habe, dass es neue Nachrichten für mich auf jugendfest.de gibt, kann ich nicht länger wiederstehen.

Neulich war es also wieder so weit und ich löste den Befehl zum Herstellen einer Verbindung mit jugendfest.de aus.

Während mein schlepptopp sich nun intensiv bemüht, den richtigen Weg durch den Datendschungel zu finden, schließe ich eine Wette mit mir selber ab.
Sie heißt schlicht: „Ich wette, dass ein Jugendfestler aus meiner Freundesliste gerade online ist.“

Die Wette gewinne ich fast immer. Dazu ist es auch gar nicht nötig, alle Jugendfestler in die Liste zu kopieren. basti und rotfuchs garantieren schon eine Trefferwahrscheinlichkeit von 66,66 %.

Allerdings muss man natürlich auch etwas geschickt vorgehen.
Meine mehrwöchige Versuchsreihe hat ergeben, dass die Wette immer dann verloren geht, wenn zwei Faktoren zusammenkommen. Man muss nämlich streng auf Zeit und Tag achten.
Mein Insidertipp lautet deshalb: keine Wetten auf Online-Anwesenheit sonntags um 8 Uhr. Da ist keine Sau online!

An jenem Abend, von dem ich aber hier rede, habe ich meine Wette wieder gewonnen.
Schließlich hatte ich ja vorab meine Chancen erhöht, in dem ich weitere Jugendfestler in meine Freundesliste aufnahm.

Heute verhilft mir ruthfrunt zum Gewinn. Und nach dem ich mir meinen lila Wett-Gewinn aus der Küche geholt habe, finde ich auch schon einen Gästebucheintag von ruthfrunt auf meiner Seite – da freut man sich doch. Da fühle ich mich willkommen – aber auch etwas beobachtet.

Also einerseits ist das ja eine tolle Sache bei jugendfest: sehen und gesehen werden, wenn man online ist.

Andererseits kann das auch verfänglich sein, wie man gleich sehen wird.
Denn – höflich, nett und humorvoll wie ich nun mal bin – antworte ich auch gleich. Und schwups bin ich auf ruthfrunts Seite.

Das erste was ich sehe, sind Buchstabengrafiken von basti – künstlerisch ungemein aufwendig und wertvoll. ... Muss der Zeit haben! Mein Favorit ist das Bärchen!
Eine Millisekunde lang verspüre ich den Impuls auch so etwas zu schaffen. Aber ich verwerfe den Gedanken, als mir meine beschränkten künstlerischen Fähigkeiten wieder bewusst werden.

Also schreib ich ruthfrunt ein paar Zeilen und als ich die dann erfolgreich auf ihrer Seite platziert habe, fällt mir der vorherige Gästebucheintrag von jane auf.

Jane hat mal wieder Sorgen und sucht Trost bei ruthfrunt. Das löst bei mir sofort zwei Fragen aus: 1. wenn’s um Trost geht, sollte da nicht eigentlich carsten zuständigsein?
Und 2.: Wenn’s um Sorgen geht sollte frau doch wohl besser eine/n Seel-SorgerIn fragen – mich zum Beispiel.

Tut sie aber nicht. Stattdessen heult sie sich bei ruthfrunt aus.

Das ruft mein rein dienstliches Interesse als Jugendpfarrer wach und ich beschließe, mich des Notfalls anzunehmen.
Also beginne ich mit der Recherche und verfolge den Gästebuch-Dialog zurück.
20 Minuten später kenne ich den Grund der Sorgen von jane: Ihr geht es nicht gut. Ihr geht es nicht gut, weil es der Katze nicht gut geht. Und vermutlich geht es der Katze nicht gut, weil bärli nicht in Hohnstein sein kann.
Klingt komisch, ist aber so.

Damit ist auch schon die erste Frage geklärt: carsten kann jane nicht trösten, weil es eben so ist wie immer: Wenn frau die Männer mal braucht, sind sie nicht da.

Bleibt die Frage nach meiner Seelsorgekompetenz.
Soll ich vielleicht rein zufällig meine letzte Predigt mit dem Titel „Sorget nicht“ in die Literaturecke stellen (auch für die anderen 87 Jugendfestler, die gerade online sind) oder lieber die Frage zur Abstimmung stellen: „Kommen Katzen in den Himmel?“ Oder stelle ich nur einen unverfänglichen Genesungswunsch für jane in die Grußecke? Oder sollte ich ein Gebet in die Ecke der Stille schreiben. Ich entscheide mich für alles.

In der Ecke der Stille empfängt mich ein stimmungsvolles Bild. Es besticht durch die Weite einer mutmaßlich irischen Landschaft. Darunter – wie der Zufall es so will - die Zeilen: „O Gott, diese Enge, die macht mit fertig. Diese spießige teutsche Gesellschaft – ich will hier raus. Ich will nach Brasilien.“

Ich widerstehe der Versuchung weitere Wort-Bild-Kombinationen anzusehen und hacke meine Fürbitte für jane und ihre Katze in den Rechner – natürlich anonymisiert und in gerechter Sprache.
Vielleicht habt ihr meinen Eintrag ja auch gelesen:
„Gottheit alles Seinenden, du siehst unsere liebe Mutter Erde. Du siehst wo Menschen und Tiere leiden. Nichts und niemand und niefraud sind dir zu gering. Tröste uns, wie einen seine Mutter, sein Vater, seine Oma, sein Opa oder sein Meerschweinchen tröstet.“

Die Predigt ist schnell in die Literaturecke kopiert – nicht ohne die Anrede am Beginn in „Liebe Freunde“ geändert zu haben. So fällt nicht mehr auf, dass ich sie für den Seniorenkreis geschrieben habe.

Als ich anschließend meine Genesungswünsche in die Grußecke schreibe, kommt mir plötzlich ein beklemmender Gedanke:
Welches Foto wird wohl über meinem Gebet zu sehen sein?

Vor meinem inneren Auge taucht plötzlich das Plakat auf mit den süßen Tieren in der Mitte und der Drohbotschaft:
„Erst habt ihr uns krank gemacht und nun esst ihr unsere Krankheiten.“

Mir wird kalt und heiß. ... Aber vielleicht habe ich ja Glück und die Redaxion löscht mein theologisch ohnehin fragwürdiges Gebet.
Nur: Ich hatte ja heute schon beim Wetten Glück ...

Irgendwie gelingt es mir, diese beängstigenden Gedanken zu verscheuchen und ich frage mich, was ich eigentlich auf jugendfest.de wollte.
Ach, ja: meinen Briefkasten leeren.

Naja: es ist höchste Zeit:
- schweiz will wissen, ob es bei dem JG-Termin bleibt.
- Die Fraktion MAK-Vorstand weist mich auf das neuste Protokoll hin.
- gerd lädt mich freundlich ein, zu ju.kon pur am 13. Mai zu kommen oder wenigsten in meinem Gästebuch bei den Liebesblicken zu vermerken, wen ich gerne kennen und vielleicht lieben lernen möchte.
- Die redaxion weißt mich auf einen online-Artikel hin, in dem ich schließlich Sätze von mir lese, die ich nie gesagt habe.
- garrin will in meinem Gästebuch wissen, ob die Konfirmandenprüfung schwer wird: Aber wer von meinen Konfis ist garrin?
- Und schließlich fragt Beate, ob ich heute noch ins Bett komme – aber das ist schon keine Frage mehr aus meinem virtuellen Briefkasten, sondern die etwas verschlafe Stimme meiner lieben Frau.
Wie schnell doch drei Stunden bei jugendfest.de vergehen – so kurzweilig, so nah, so menschlich. „Das tut gut. Jugendfest.de“.
Herzlichen Dank!

Von: stephan, 30.04.2006, 14:31.
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KOMMENTARE:

schön schön sehr realistisch was wären wir ohne jugendfest.de international?
von: maria, 30.04.2006, 14:58

viel zu lang um ihn jetzt mal durch zu lesen
von: richi, 30.04.2006, 16:47

jetz ahb ich endlich alles mitbekommen,wurde bei deiner rede abgelenkt und da hab ich dann leider das mittelstück verpasst... aber toll=)
von: sweety, 01.05.2006, 11:45

*lol* Kuhl!!!
von: doylefreak64, 01.05.2006, 13:18

das is ja soooo genial!!!
von: julilala, 01.05.2006, 18:00

dein glück, dass es der linda (so heißt die katze) wieder gut geht, auch ohne dein gebet.;-)
von: diejane, 01.05.2006, 19:18

Gut geschrieben, auch wenn ichs nicht so befürworte in Gästebüchern anderer rumzuschnüffeln...
von: delamarck, 02.05.2006, 10:44

schön das hier lesen zu können für die, die nicht da waren. danke. sehr amüsant. sehr wahr.
von: friedel, 05.05.2006, 11:20


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