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jugendfest.de - Literaturecke: TAGEBUCH

Rumänia

9.11.01 – in der Snackbar:

Ich und die anderen

Was will dieses leben eigentlich von mir? Und was will
ich eigentlich vom Leben? Rente? Zur Not wird es ohne
gehen. Am Ende holt mich noch vorher der
Lungenkrebs... Egal. Ich habe mir nichts vorzuwerfen.
Ja, ich habe mir Reichtum angehäuft, von dem die
beiden Säufer am Nachbartisch nur Träumen können. Er
ist mir praktisch zugefallen. In Deutschland würde ich
damit wohl kaum auffallen. Ich kann ja nicht mal ein
Handy mein Eigen nennen.
1500 km und die Grenzen verwischen sich. Ohne mein
Zutun, ob ich will oder nicht. Das macht nachdenklich.
Ich kann nur zu Gott beten, dass mir ein Hauch von dem
erhalten bleibt, was mir hier so sternklar vor Augen
steht. Aber, was ich auch tue, ich bleibe ewig der
Deutsche, der Drübersteher. Nie werde ich ganz
nachvollziehen können, was in den Menschen einer
anderen Kultur wirklich vorgeht. Begreifen wird es da
nicht geben. Eins! icht ja, Verständnis, auch Wissen
kann ich mir aneignen, Sprachen lernen – aber irgendwo
wird es immer eine Grenze geben, die ich nicht
überschreiten kann. Und das ist gut so.

10.11.01 – in der Kneipe

Was mir nachts um drei noch so durch den Kopf geht

Nun habe ich es auf meine letzten Tage tatsächlich
noch geschafft, meine ec-Karte im Automaten stecken zu
lassen. Werde ich etwa nachlässig? Wahrscheinlich bin
ich es schon. Geld sparen habe ich während des ganzen
Jahres nicht auf die Reihe gebracht. Das heißt also,
schleunigst einen Job zu finden, wenn ich nicht die
ganze Zeit bei Mami und Papi am Tropf hängen will.
Hauptsache, das Kindergeld wird noch nachgezahlt.
Wieder Kohle, für die ich keinen Finger krumm machen
musste. Ob das ewig so weitergeht? Meine Ansprüche
sind ja auf ein einigermaßen erträgliches Minimum
gesunken. Musik, eine Badewanne, ein paar Bücher und
ein Platz zum Zurückziehen und! Träumen – das ist schon
fast alles. Zeitung, Telefon, und TV sind Luxus. Gut –
das ist schon wieder zu einfach.
Aber warum eigentlich? Können wir es uns nicht auch
einmal einfach machen und alle Vorgaben hinter uns
lassen? Sind wir dann „draußen“? Warum lassen wir uns
nur soviel aufdrücken und überstülpen? Das Leben ist
doch auch so schon viel zu schön, um wirklich wahr zu
sein.

13.11.01 – auf halbem Weg zurück

Good bye Romania – hallo Deutschland!?!

Und trotzdem – Ich freu mich drauf! Ich freue mich auf
Deutschland, will mir Zeit nehmen, hinter die Fassaden
zu sehen, Zwischen den Schlagzeilen zu lesen. Nur
nicht an der Oberfläche bleiben. eintauchen in diese
mir doch so vertraute Welt. Sehen, was es neues zu
entdecken gibt – vielleicht mit ganz anderen Augen...

Von: dasklischee, 22.10.2002, 01:33.
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KOMMENTARE:

und, ist ein hauch von dem, was dir so sternenklar vor augen stand, erhalten geblieben?
von: rasputinum, 22.10.2002, 01:39

glaub schon...aber es is zu wenig.
von: maddoggde, 22.10.2002, 11:28

zu wenig wofür? zum leben, zum hierbleiben, zum wissen, wofür?
von: rasputinum, 22.10.2002, 15:50

zum hierbleiben und zum wissen wohl auch, aber vor allem, zum zufriedensein...mit der eigenen lebenseinstellung
von: das klischee, 25.10.2002, 19:02


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