Jugendfestler: Passwort: | | |

jugendfest.de - Meinungseckenbeitrag lesen

Gleichgeschlechtliche Liebe im Pfarrhaus
Ein homosexueller Pfarrer/eine homosexuelle Pastorin mit Lebenspartner/in im Pfarrhaus deiner Gemeinde - wäre das für dich OK?
elton, 08.11.2012


Diskussion empfehlen


Antworten 1-5 6-10 11-15 16-20 21-25 26-30 31-35 36-40 41-45

@scorpia
Genozid: Ich meine nicht, dass Gott sein Volk nur deswegen beim Genozid unterstützt hat, weil er sich nicht anders offenbaren konnte. Ich behaupte noch nicht einmal, dass diese Genozide so wie beschrieben stattgefunden haben. Was ich aber behaupte, ist, dass die Leute, die diese Geschichten niedergeschrieben haben, Gottes Offenbarung in diesem Sinne verstanden haben (nach dem Motto: 'Es ist gut, Gott als Herrn zu haben, weil er mir hilft meine Feinde zu vernichten').

Dann zu deinen Bibelstellen: Kraft welcher Wassersuppe entscheidest du, welche Bibelstellen im historischen Kontext zu betrachten sind und welche nicht?

Dass mir jemand mit Apostelgeschichte 10,14 kontern würde, war mir klar. Dabei bezieht sich diese Stelle eben gerade nicht auf das Essen, sondern wird von Petrus selber auf die Beziehung zu seinen nichtjüdischen Mitbürgern hin ausgelegt (weiterlesen bis Vers 28). Also verzichte lieber auf dein nächstes Schnitzel ;-)

Es ist bestimmt nicht jede Abweichung von der Norm gut. Noch viel weniger ist aber jede Abweichung von der Norm schlecht oder eine Krankheit. Früher wurden Frauen als minderwertig betrachtet, weil sie von der Norm "Mann" abwichen. Später waren es die Afrikaner, die der Norm "weiß" nicht entsprachen, heute sind es (noch!) die Homosexuellen, die nicht der Norm "hetero" entsprechen. In 20 Jahren sind es vielleicht die Europäer, die nicht der Norm "Chinese" entsprechen?
Du kannst nichts dafür, dass du ein Europäer bist, genausowenig, wie du dein Geschlecht oder deine Augenfarbe beeinflussen kannst - warum soll also eine dieser dir von Gott zugedachten Eigenschaften dich vor Gott schlechter oder besser machen? Wenn mich vor Gott überhaupt irgendetwas besser oder schlechter macht, dann ist es mein willentliches Handeln, Tun und Lassen.

Im übrigen kann ich deine Ängste verstehen - es ist nicht gut, wenn man die Bibel nur symbolisch betrachtet und sie sich so zu deuten versucht, wie es einem am angenehmsten ist. Die Bibel wörtlich zu nehmen und dann so zu deuten wie es einem am angenehmsten ist (wie man es vor seinem eigenen sozialen Hintergrund versteht), ist aber auch keine bessere Lösung.

Für mich ist Bibel der Erfahrungsbericht vieler Menschen mit Gott. Insofern ist sie schon Gottes Wort, aber eben nicht vom Himmel diktiert. Viele Menschen haben sich erzählt, was sie mit Gott erlebt haben. Alles vor ihrem sozialen und gesellschaftlichen Hintergrund. Andere Menschen mit anderem sozialen und gesellschaftlichen Hintergrund und anderen Gotteserfahrungen haben diese Geschichten gesammelt. Wieder andere haben sie zusammengestellt. Wieder andere haben entschieden, was davon in die Bibel kommt. Jeder dieser Menschen wird ein Stück von Gott erkannt haben, aber eben auch eine ganze Menge an persönlichem und gesellschaftlichen Balast mitgeschleppt haben. Für mich heute geht es darum, vor dem Hintergrund meiner eigenen Gotteserfahrungen und meiner Sozialisation den Kern der Botschaft zu erkennen. Das ist schwierig und sicher auch nur stückhaft möglich, sagt aber überhaupt nicht, dass ich mir nur die angenehmsten Stellen aussuche. Die Erkenntnis, dass das Gottesverständnis der Bibelautoren genauso bruchstückhaft wie mein eigenes ist, lässt mir auch die Freiheit andere Menschen mit anderem Gottesverständnis zu akzeptieren, ohne ihnen ihre Rechtgläubigkeit abzusprechen.

marek, 22.11.2012, 16:52 Uhr
Antwort 36/45

@ alle
Nun möchte ich auch noch mal etwas zum Thema "Bibelauslegung" sagen. Wie good ole Martin Luther schon zu sagen pflegte: "Sündigt tapfer!". Was ich damit meine, ist: Solange ich mein Leben nicht zu Ende gelebt habe und am Tag des Jüngsten Gerichts vor meinem Schöpfer und seiner Entourage stehe, werde ich nichts Genaues nicht wissen. Denn: Die Bibel ist von Menschen im Kontext der Zeiten geschrieben. Weiterhin: Selbst wenn ich im intimsten Zwiegespräch mit meinem Gott (dem Gebet) stehe, werde ich bis zum Schluss nur von meinem Geist und Verstand interpretierte Antworten erhalten. Kurz - es hat eh jeder einen ganz persönlichen Glauben und ein ganz persönliches Erleben mit seinem Herrn und seiner Religion. Von daher reicht es meiner Meinung nach völlig, sich auf die 10 Gebote zu beziehen und diese nach bestem Wissen und (wichtig) Gewissen einzuhalten und zu erfüllen. Und die sagen nun einmal:

Das erste Gebot

Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst nicht andere Götter haben neben mir. Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder des, das oben im Himmel, noch des das unten auf Erden, oder des, das im Wasser unter der Erde ist. Bete sie nicht an und diene ihnen nicht.Allgemeines: Ich bin der Herr, dein Gott, bin ein eifriger Gott, der über die, so mich hassen, die Sünde der Väter heimsucht an den Kindern bis ins dritte und vierte Glied, aber denen, so mich lieben und meine Gebote halten, tue ich wohl in tausend Glied.

Das zweite Gebot
Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht unnützlich führen; denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißbraucht.

Das dritte Gebot
Du sollst den Feiertag heiligen.

Das vierte Gebot
Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß es dir wohlgehe und du lange lebest auf Erden.

Das fünfte Gebot
Du sollst nicht töten.

Das sechste Gebot
Du sollst nicht ehebrechen.

Das siebte Gebot
Du sollst nicht stehlen.

Das achte Gebot
Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.

Das neunte Gebot
Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.

Das zehnte Gebot
Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh oder alles, was sein ist.

elton, 22.11.2012, 17:20 Uhr
Antwort 37/45

@fast alle
Hei, da ist ja was zusammengekommen. Da Marek direkt auf meine Aussagen eingegangen ist, muss ich dazu doch nochmal was sagen. Zunächst aber:
Danke Torsten. Und ich sage dir, selbst an den 10 Geboten scheiterst du genauso wie ich. Niemand kann und sollte sich damit auch nur versuchen zu rühmen. Zum Glück gibt es Christus. Gerd hat das schonmal in eben dieser Diskussion wunderschön dargestellt. Zitat: „Da wird uns plötzlich klar, dass wir offensichtlich auch unsere Schwierigkeit haben, unserem Maßstab, den wir an das Wort legen, gerecht zu werden. Nehmen wir der Einfachheit halber mal nur die zehn Gebote. Jeder darf die jetzt mal für sich durch buchstabieren. Was bleibt? Am Ende ein Sünder. Und die Erkenntnis: Von mir aus kann ich dem nicht gerecht werden. Ist unser Glaube deshalb vor Gott weniger ernsthaft? Wer gibt mir das Recht, an Gottes Statt über andere zu richten?“
@Marek: Soweit ich weiß, gilt diese Regel im Kontext der damaligen Zeit für beiderlei Geschlechter. So schreibt es zumindest Gunther Geipel in „Homosexualität und Pfarramt“, ein sehr interessantes und lesenswertes Buch, welches anlässlich der aktuellen Debatte erschienen ist. Und in der Römerstelle wird sogar zuerst von Frauen gesprochen. Zitat: „Darum hat sie Gott dahingegeben in schändliche Leidenschaften; denn ihre Frauen haben den natürlichen Verkehr vertauscht mit dem widernatürlichen; desgleichen haben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen und sind in Begierde zueinander entbrannt und haben Mann mit Mann Schande getrieben und den Lohn ihrer Verirrung, wie es ja sein musste, an sich selbst empfangen.“
Dann möchte ich als Nächstes unseren Landesbischof Jochen Bohl zitieren, der anlässlich der Klausurtagung der Kirchenleitung zum Thema sagte (Zitat): „Homosexuelle Praxis wird in der Bibel, wenn sie erwähnt wird, ausnahmslos mit scharfen Worten verurteilt.“
Zu dem Schluss komme ich ehrlich gesagt auch, die anderen Stellen bitte ich dich, mir zu zeigen.
Weiterhin frage ich mich Folgendes: Spreche ich Homosexuellen gleich ihre menschliche Würde ab, nur weil ich die biblischen Aussagen dazu ernst nehme? Das vielleicht als Beitrag zur Anmerkung von modernebauelemente. Ich fand deinen Beitrag ebenfalls sehr gut und nachdenkenswert. Nur nicht so tief stapeln. Sicherlich ist Sexualität mehr als privat. Das heißt aber nicht, dass sie ein gänzlich verschlossener Raum ist. Also spätestens beim sexuellen Missbrauch muss die Privatheit aufhören um den Schutz der Opfer willen. Da sind wir uns sicherlich alle einig.
Zitat Marek: “Du kannst nichts dafür, dass du ein Europäer bist, genausowenig, wie du dein Geschlecht oder deine Augenfarbe beeinflussen kannst - warum soll also eine dieser dir von Gott zugedachten Eigenschaften dich vor Gott schlechter oder besser machen? Wenn mich vor Gott überhaupt irgendetwas besser oder schlechter macht, dann ist es mein willentliches Handeln, Tun und Lassen.“
Leider gibt es keinen wissenschaftlichen Beweis, dass Homosexuelle als solche von Gott geschaffen (geboren) werden. Im Gegenteil gehen viele Psychologieforscher davon aus, dass es im Wesentlichen entwicklungsbedingte und psychosoziale Vorgänge sind, die Homosexualität hervorrufen. Interessante Quelle dazu: http://www.dijg.de/homosexualitaet/wissenschaftliche-studien/
Wenn dem so ist, dann geht die Debatte in eine ganz andere Richtung.
Was die Offenbarung Gottes angeht, Zitat Marek: „Die haben Gottes Unterstützung eben darin gesehen, dass er sie beim Genozid ("den Bann vollstrecken") unterstützt hat. Solch eine Gottesoffenbarung wiederum ist heute nicht zu verstehen.“ Ich hoffe du meinst Gottesverständnis. Das sich Gott auf diese Weise offenbart hat ist die Interpretation der Menschen damals.
@tededfred: Was die „Fortschritte“ in der Theologie angeht, muss ich sagen, dass ich von theologischer Seite noch nicht sonderlich viele Argumente gehört habe, die sich eindeutig positiv zur Homosexualität äußern. Dazu, dass wir alle Sünder sind und uns in Christus vergeben wird, sicherlich. Von daher ist keiner besser oder schlechter. Aber das ist nicht die Frage. Alles was ich von dir höre ist „gesellschaftliche Akzeptanz“, „Rückschritte ins Mittelalter“ und am Besten: „Es steht ja dazu gar nichts in der Bibel.“
Und zu guter letzt meine ganz persönliche Meinung zum Thema: Auf Grund meines Bibelverständnisses sowie der Lektüre der letzten Tage (oben bereits erwähnt) inklusive der vorhandenen Argumentationslage kann ich das für mich nicht bejahen. Was nicht heißt, dass ich ein Problem mit Homosexuellen habe. Und ich möchte betonen, dass ich deswegen noch nicht mal auf die Idee komme, irgendjemandem, der Homosexuell ist seine Würde abzusprechen. Im Gegenteil. Ich hab mit denen noch gar nix großartig zu tun gehabt und wäre sogar über einen direkten, offenen und freundlichen Erfahrungsaustausch mit wirklich Betroffenen sehr dankbar um meine Einsicht in das Thema zu erweitern.

lilapause, 22.11.2012, 19:15 Uhr
Antwort 38/45

@lilapause
Da du noch mal auf die Bibelstellen eingegangen bist, will ich das auch tun: Bei der ersten gehst du insofern auf den historischen Kontext ein, indem du unterstellst es würde für beide Geschlechter gelten (obwohl es so nicht drin steht). Warum lässt du dann nicht mit dem gleichen Recht den historischen Kontext gelten, dass das wissenschaftliche Verständnis von Geschlechtern damals eben deutlich geringer war? Bei der Römerstelle ist die Behauptung des 'widernatürlichen Verkehrs' als lesbische Beziehung natürlich auch nur eine Interpretation. Mir würden andere Arten von widernatürlichem Verkehr einfallen, aber das eigenlich nur nebenbei.
Das Zitat von Jochen Bohl kenne ich, er hat damit auch recht. Aber erstens ist damit nichts über die Betrachtung im historischen Kontext gesagt und zweitens betrifft das eben bei weitem nicht alle von dir genanten Bibelstellen. Dort geht es hauptsächlich um Knabenschänder (3. Mose 18,3. Mose 20, 1.Korinther 6,1. Timotheus 1) sowie um Männer, die (homo)sexuelle Gewalt an anderen begehen wollen (1.Mose 19, Richter 19). Lediglich Römer 1 und Judas 7 sind von deinen Beispielen als eindeutig negative Aussagen in Bezug auf (männliche) Homosexualität geeignet.

Bezüglich der Wissenschaft bist du eindeutig NICHT auf dem neusten Stand. Vielleicht solltest du nicht nur so voreingenommene Quellen wie das DIJG lesen (google mal nach den Autorren dort!). Das DIJG verfälscht sogar Ergebnisse. Beispiel gefällig? Der Artikel von Dean Byrd (http://www.dijg.de/homosexualitaet/) nimmt die Zwillingsstudie von Bailey und Pillard als Beweis für die angeblich nicht gegebene genetische Festlegung der Homosexualität. Wenn du dir mal die geringe Mühe machst, die Originalstudie im Netz zu suchen, wirst du feststellen, dass die beiden Autoren in ihrer Zusammenfassung zum entgegengesezten Schluss kommen!
Und dann kann ich nur empfehlen mal das Stichwort 'intersexualität' zu googeln. Du wirst staunen welche Formen der Schöpfung es gibt: Genetische XX-Ausstattung verbunden mit männlicher Erscheinungsform/Geschlechtsorganen, genetische XY-Ausstattung mit weiblicher Erscheinungsform, ... . Wie willst du da überhaupt die sexuelle Orientierung (homo oder hetero) festlegen - nach den äußeren Merkmalen oder nach der genetischen Ausstattung?

Bezüglich der Gottesoffenbarung bin ich genau deiner Meinung: Gottesoffenbarung in Form von Unterstützung beim Genozid ist die Interpretation der Menschen von damals. Diese Interpretation steht in der Bibel weit häufiger als Interpretationen von Gottes Meinung zur Homosexualität. Trotzdem erkennst du im ersten Fall das historische Verständnis an, im zweiten jedoch nicht! Warum?

Und bei aller inhaltlicher Differenz möchte ich trotzdem betonen, dass ich nie vor hatte oder habe, dir Probleme mit Homosexuellen vorzuwerfen. Ich denke nur, dass man Gottes kleiner macht als er ist, wenn man die Bibel nur nach dem Buchstaben statt nach dem Geist liest. Und das muss nicht sein.

marek, 22.11.2012, 23:53 Uhr
Antwort 39/45

@elton
Du magst recht haben, dass es für das moralische Handeln im Leben genügt zu versuchen sich in seinem Handeln an die zehn Gebote zu halten. Damit bin ich sicher schon überfordert in meinem Leben. Trotzdem halte ich es für wichtig in der Bibel nach der Gotteserkenntnis vorangegangener Generationen zu suchen. Mit der bloßen Fixierung auf die zehn Gebote schränkst du den Reichtum, den man dort finden kann, massiv ein. Das ist wie Otto Waalkes, der das Bündel Geldscheine findet, den Gummi behält und die Scheine wegwirft.
marek, 23.11.2012, 0:01 Uhr
Antwort 40/45

Antworten 1-5 6-10 11-15 16-20 21-25 26-30 31-35 36-40 41-45
Diskussion empfehlen


Deine Meinung:

Dein Name:
     Es können leider nur eingeloggte Jugendfestler mitdiskutieren.
     Jetzt Jugendfestler werden und fünf Frei-SMS absahnen.

Titel deiner Antwort:
In deinem Interesse: bitte keine nichtssagenden Titel.
    

Deine Antwort:
    


Nur einmal klicken!

Alle Themen der Meinungsecke.

JF-Mau-Mau:
herbstaster hat im Mau-Mau gegen dinkelsbuehler ge... weiter
Such den Ort:
Punktzahl beim Such.den.Ort.Spiel: 41268 weiter
Kalender:
MoDiMiDoFrSaSo
17181920212223
2425262728291
2345678
9101112131415
25.02.: Warum? Evangelisc..
07.03.: Jugendfest Vorber..

heute | alle | Jahresplan

aktual. JFler:
sonnenschein2002 becca torstent
neue JFler:
sonnenschein2002 linab2690 lxstinyxxrlight
Jugendfestler:
Direkt zu einem Jugendfestler springen:
> los!

Durchsuchen:
Auf jugendfest.de Verlorenes finden:
> los!

Zuletzt gesucht: herman julie kira99