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Schule und selbständiges Denken/Handeln
Nach 12 Jahren Schule merke ich, dass diese Zeit nicht unbedingt dazu beigetragen hat, selbständiges Denken und Handeln zu fördern. Jahrelang muss man Dinge tun, die man nicht tun will, Zeugs lernen, das einen nicht interessiert, und am Ende hat man vergessen, was man eigentlich tun wollte und an eigenen Ideen hatte.
Wie erlebt ihr das? Ist Schule für euch Entfaltungsraum oder eher Stumpfsinnsanstalt? Und an die Älteren: Wie seid ihr mit dem Wechsel von Schule zu FSJ/Studium/Ausbildung/Arbeitslosigkeit klargekommen? Eher Chance und Befreiung oder Bewusstwerden einer Leere und Alltagsverlust?
modernebauelemente, 19.08.2010


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Interessante Frage
jetzt, wo ich wieder ins schul- und sogar ins oberstufenleben einsteige, erfreut es mich doch, dass es an manchen stellen (und nicht nur an dem zusehends wieder gefüllten veranstaltungskalender) auch auf jugendfest.de wieder spürbar ist, dass die ferien vorbei sind. und dann gleich mit so einer frage! :)

ich muss sagen: ich hab vielleicht einen leicht anderen blick auf schuldinge, weil ich an einer schule in kirchlicher trägerschaft bin. trotzdem denke ich, dass es dinge gibt, die überall, wo schüler von lehrern unterrichtet werden, gleich sind.
und da fällt mir als ein ganz entscheidender punkt ein, dass der schüler stets in einem abhängigkeitsverhältnis zum lehrer steht. das hat zwei konsequenzen:
1. es kann dem schüler schwer fallen, konstruktive kritik an dem lehrer zu üben, auch wenn diese angebracht wäre, um sich keine chance auf eine gute note zu verbauen oder durch antipathien schlechte noten zu provozieren. dadurch lernt der schüler nie, wie man kritik üben kann und der lehrer merkt womöglich nicht, was er besser machen könnte.
2. der schüler kann auf die idee kommen, durch schleimereien bessere noten erlangen zu können. das ist meiner meinung nach nicht wirklich zuträglich für ein verantwortungsbewusstes und selbstständiges leben nach der schule. denn es wird nicht immer jemanden geben, den man bestechen kann (oder besser gesagt: das is nich wirklich die feine englische art, sich mit mogeleien durchzuschlagen...)

nach allem, was ich so in der schule erlebt hab, ist sie für mich von einem entfaltungsraum zur stumpfsinnsanstalt geworden. ich denke aber, dass das auch sehr viel mit der persönlichen einstellung, vor allem zu seinen mitschülern zu tun hat: je mehr man in der schule auch einen sozialen aspekt sieht, desto mehr entfaltung ist auch möglich.

monchichi, 23.08.2010, 14:41 Uhr
Antwort 1/15

Ungehorsam
Ich denke, die schule ist so wie sie ist, eigentlich ein idealer ort, um zivilen ungehorsam zu üben:
überall wird man bevormundet, sachen völlig ohne begründung verboten...

lehrer werden abgemahnt, weil sie ihren unterricht- nicht die tests -so gestallten, dass alle mitkommen.
DAS sollte uns zu denken geben.
Sollen wir überhaupt denken lernen?
Ich denke heute ist selbstständiges DENKEN und danach zu handeln, eher als UNERWÜNSCHT, als geistige STÖRUNG angesehen

UGO

Leere Köpfe nicken leichter!

ugo, 24.08.2010, 19:51 Uhr
Antwort 2/15

lange ist`s her
Ich bin jetzt 25 und voll im Berufsleben und ich muss mir Mühe geben, mich überhaupt noch an meine Schulzeit erinnern zu können.

Ich denke Schule ist insofern wichtig, als dass du Dinge lernst, die du später brauchst...vor allem für dein Studium. Um gut durch das Studium zu kommen, sollte man vor allem lernen wie man lernt. Aber die Gestaltung des Unterrichts ist natürlich nicht gerade ideal. Es muss ein Weg weg vom Frontalunterricht hin zu mehr Eigeninitiative, Beteiligung, Anschaulichkeit und Abwechslung erfolgen.

Schule ist außerdem sehr bedeutend, was das Ausbilden sozialer Fähigkeiten betrifft...man trifft auf verschiedenste Leute mit unterschiedlichsten Charaktären und Problemen. Das brauchst du um Menschen einschätzen und kennen zu lernen. So lernst du überhaupt erst, in der Gesellschaft klar zu kommen. Du bist gezwungen auch Leuten zu begegnen, die du sonst nicht sehen wölltest.

Meine größter Kritikpunkt an der Schule ist, dass sie dich nicht auf das Leben, sondern das Streben vorbereitet. Du weißt nach der Schule wie eine Zelle aufgebaut ist und wie sich Licht verhält. Du kennst jede Menge lateinischer Vokabeln und Bücher bei denen am Ende alle sterben.
Aber du hast keine Ahnung wie du eine Steuererklärung schreibst, welche Versicherungen du haben solltest, was du beachten solltest, wenn du eine Wohnung mietest oder ein Auto kaufst. Du weißt nicht, welche staatlichen Fördermöglichkeiten es gibt, welche Sozialleistungen dir zustehen, wie du eine Verhandlung bei einem neuen Arbeitgeber führst. Kurz gesagt, die Dinge die du auf jeden Fall brauchen wirst um dein tägliches Leben zu regeln, die bringt dir keiner bei und so stehst du nach der Schule zwar mit Wissen vollgepumpt da aber hast dennoch keinen Plan was du als nächstes tun musst.

mumum, 25.08.2010, 8:52 Uhr
Antwort 3/15



Berufsleben

Hallo modernebauelemente,

nach der Schule habe ich in 600km Entfernung eine Ausbildung begonnen. Klargekommen bin ich damit erstmal ziemlich schlecht. Zum einen weil Freunde&Familie mir sehr fehlten und ich alleine einging. Zum anderen, weil arbeiten doch ganz anders als Schule ist. Man muss sich dran gewöhnen, jeden Tag 9 Stunden außer Haus zu sein - abends war ich ausgelaugt und bin früh ins Bett gegangen.
Aber: Man gewöhnt sich mit der Zeit daran UND es fühlt sich gut an, im Berufsleben zu stehen. Man trägt Verantwortung, man KANN etwas, was andere nicht können und man wird im Freundeskreis automatisch zum Experten in dem Bereich. Das is cool!

Nach der Ausbildung habe ich dann aber doch noch mit Studieren begonnen (bin im 2. Semester) und würde es dir empfehlen. Eigenständig Denken&Handeln - Dafür ists Studium da! Leider werden dir die Bachelor-Richtlinien genauso gegen den Strich gehen wie mir, aber mach einfach das beste draus (und beteilige dich an den Studentenprotesten^^).


Liebe Grüße
Nadine

delamarck, 25.08.2010, 10:51 Uhr
Antwort 4/15

Schule muss zum Leben erweckt werden
Schule? Frontalunterricht?

Schule, so wie die meisten hier sie erlebt haben und erleben stammt aus der Zeit von Bismarck!
Aber wenn wir mal so nachdenken, WANN, WIE und WO wir überall lernen, dann fällt uns auf, das dies nicht in der Schule passiert. Ein Beispiel: Wo habt Ihr gelernt, wie man eine Cola-Dose aufmacht? Sicher nicht im Unterricht. Oder wer hat Euch gezeigt, wie man sein Bett macht? Eure Lehrer?
Lernen passiert immer und überall! Meistens sogar bemerken wir überhaupt nicht, das wir gerade lernen und jeder lernt unterschiedlich. Manche brauchen etwas länger um ein Thema zu verstehen und was ganz wichtig ist, jeder von uns hat andere Interessen und Begabungen! Das ist ganz entscheidend beim lernen.
Die "Schule von morgen" ist ein Thema, was sehr häufig diskutiert wird. Meistens leider nicht sehr tiefgründig. Dabei gibt es schon ein Paar Schulen in Deutschland, die da um einiges weiter sind. Wie z.B.: die Bodenseeschule.
Der ehemalige Rektor Dieser Schule sagte in einem Interview sinngemäß: `Wir haben hier einen anderen Rhythmus, Raum und Zeit, keine festen Unterrichtszeiten. Wir schütten keinen Einheitsbrei über unsere Schüler. Die Kinder sind von Gott geschaffen.´
In dieser Schule gibt es täglich:
- einen Morgenkreis
- freie "Stillarbeit" (2-3Stunden)
- gemeinsame Essenszeiten

Die Schüler können sich die Arbeit in einem Wochenplan einteilen und so, Stück für Stück sich ihre Ziele abstecken. Mehr Infos unter: www.bodensee-schule.de

Wer noch mehr zum Thema Lernen wissen möchte, der WDR hat dazu eine Sonderreihe der Sendung " Quarks & Co" gemacht. "Generation Internet...wie sie lernt", am Dienstag den 31. August 2010, um 21.00 Uhr, im WDR Fernsehen.

Gruß Samu

sam, 26.08.2010, 13:49 Uhr
Antwort 5/15

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