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Gender Mainstreaming
Als 'lautlose Revolution' wurde Gender Mainstreaming schon oft betitelt. Und das stimmt, still und gewaltig hält das Gendern Einzug und durchdringt immer mehr Teile der Gesellschaft.
"Nieder mit Unterdrückung und Diskriminierung der Frau!" und "Gleichstellung!" - das propagiert Gender Mainstreaming. Aber es steckt noch viel mehr dahinter!
Gabriele Kuby hat dazu einen sehr guten Text verfasst. Ich bitte dich innigst, dich mit diesem Thema zu befassen. Es ist ein Thema, das alle betrifft und an den Kern von Leben und Kultur geht!

Hier der Link zu Kubys Text:
http://www.gabriele-kuby.de /wortmeldungen /gender-mainstreaming/
(Bitte die Leerzeichen entfernen.)

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gluehwurm, 13.12.2013


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Exkurs: Herrschaft (2)
2a. Herrschaft durch Gender
Weil mein Urteil durch die Herrschaftsbrille für die Welt vor Gender so arg vernichtend ausfällt, fang ich mit meiner Kritik an den Methoden des Genderns an.
Fakt ist: Political Correctness ist ein herrliches Mittel der diskursiven Herrschaft.
Auch wenn es (meist) emanzipatorischen Zwecken gilt, ist der Wirkmechanismus ähnlich wie der des Neusprech aus 1984: Was nicht gesagt werden kann, ist nicht.
Das größte Problem ist aber imo der negative Trackrecord: Die neuen, wertneutralen Begriffe gleichen sich der ursprünglichen Bedeutung an,
im Denken ändert sich nichts (z.B. Mohr->Neger->Farbiger->Schwarzer->PoC). Insofern ist die -subjektiv durchaus gewichtige- "Sprachverhunzung"
(Extrembeispiel: Studierxs) recht sinnlos, was durch das Gefühl, die neuen Termini würden von oben aufgedrückt, noch verstärkt wird.

2b. Herrschaft vor Gender (Gendergegner)
In den verschiedenen Ausprägungsstufen des Patriarchats findet man alle Herrschaftsstufen. Von Verschleierungsgebot und Ehrenmorden über feste Rollenbilder bis hin zu Eigenschaftszuschreibungen anhand des Geschlechts findet man direkte, strukturelle und diskursive Herrschaft.
Das ausschließliche Erziehungsrecht der Eltern ist eine Zwangsstruktur, die das Kind der Herrschaft der Eltern unterwirft, mit allen typischen Folgen von Herrschaft:
Es traut sich nicht, für sich selbst zu entscheiden, was gut ist, sondern fragt immer Eltern (und Lehrer), die zwar meist das Beste für das Kind wollen,
aber eben nicht das Kind sind und darum Entscheidungen treffen, die dem Kind eben nicht gut tun.
Sie selbst spüren die Folgen dieses ihres Handelns höchstens auf einer Metaebene.
Ich möchte nochmals darauf hinweisen, dass die Unterschiede (bis auf die Existens von Penis und Vagina) innerhalb der Geschlechter größer sind als zwischen den Geschlechtern. Und darauf, dass genau das der Grund war, nicht mehr von menschlichen Rassen zu sprechen.
Und das überwältigende Interesse am Geschlecht schon Neugeborener schafft erst Schubladen, in die Menschen hineingeformt werden. Die meisten Menschen haben Glück und passen (scheinbar) gut rein, einige aber auch nicht. Und diese Schubladen legen dann fest, mit wem du wann spielst, zu wem du Zuneigung zeigen sollst oder darfst. Wer sich nicht Schubladenkonform verhält, fällt negativ auf.
"Herrschaftsdurchgriffe sind kaum noch nötig, weil die Menschen verinnerlicht haben, dass Zweigeschlechtlichkeit, Paarbeziehungen, Arbeit und Verwertung ganz „natürlich“ sind."

2c. Gleichheit vs. Gleichberechtigung
Mensch hört die Meinung, die Forderung nach Gleichheit gehe über die Forderung nach Gleichberechtigung hinaus.
Andere vertreten die Auffassung, Gleichheit (bzw. die Auflösung von Schubladen) geht in die entgegengesetzte Richtung zu Gleichberechtigung.
Im Zuge der Gleichberechtigung werden die Schubladen lediglich gleich schön gestaltet (z.B. 50% mädchengerechte Spielgeräte, Frauenquote),
im Falle von LGBTIQ werden neue (Sub-)Schubladen geschaffen. Diese Fixierung auf die Schubladen bewirkt eine ganze Menge:
"Wir können gar nicht mehr personenorientiert wahrnehmen oder auf konkrete Menschen zugehen."
Das war auch der Fehler der "Freien Liebe" der 68er: sie haben die Schubladen unangetastet gelassen und nur die Fixierung auf einen Partner abschaffen wollen.
Dadurch ist dann eher noch mehr Sexismus, auch in Form von warenförmiger Sexualität (Prostitution) aufgetreten.

ugo, 30.05.2014, 13:11 Uhr
Antwort 26/32

Exkurs: Herrschaft (3)
3. Alternativen
Als "schnelle" Alternative zur Zwangsstruktur Familie schlage ich ein lebendiges Patenamt vor.
Die Paten sind dann eine Erweiterung des Kreises der möglichen Bezugspersonen für das Kind. Es ergeht dann die Einladung an das Kind, sich in diesem Kreis der Bezugspersonen, der am Anfang aus Eltern, Großeltern, Paten besteht, frei zu bewegen und ihn selbstständig zu erweitern.
Dann hat man immer noch nicht alle Probleme gelöst, bestimmte Herrschaftsmuster treten auch hier wieder auf, können aber teilweise (durch zeitweisen Wechsel der
Bezugsperson) umgangen werden.

In http://fmt.blogsport.de/kopfstoff/beziehungsweise-frei/ (von wo die nicht gekennzeichneten Zitate in 2. entnommen sind) findet sich eine Utopie der aufgelösten Schubladen, mit denen auch unterschiedliche sexuelle
Orientierungen verschwinden würden, weil sich die Zuneigung eines Menschen nicht mehr auf eine andere (oder gleiche) Schublade, sondern auf einen oder mehrere
ganz konkrete Personen beziehen würde. Die hier formulierte Utopie löst weiter auch die Kategorien über die Intensität der Zuneigung auf,
(Beziehung, Affäre, Freundschaft etc.) sondern erfasst Zuneigung stufenlos.
Natürlich bringen aufgelöste Schubladen immer eine gewisse Unsicherheit mit sich, aber die individuellen Bedürfnisse der Menschen können ohne Schubladen viel besser berücksichtigt werden.
Und macht euch keine Sorgen über ausbleibende Kinder. Ich habe kürzlich gehört, dass Kinderwunsche hormonell bedingt sein kann.
Eine Frau hat erzählt wie sie ein erstes Kind plötzlich empfangen Wollte, ohne irgendwelche Abwägungen.

4. Christianarchy
Und was sagt die Bibel dazu? Diese Frage soll auch diesmal mit gestreift werden. (Und bei einem kurzen Streiflicht muss es bleiben, als weiterführende Literatur empfehle ich http://www.graswurzel.net/verlag/ca.shtml und
Christian Anarchism: A Political Commentary on the Gospel von Alexandre Christoyannopoulos, beide bei mir ausleihbar)

Zumindestens zur direkten und strukturellen Herrschaft macht sie klare Aussagen:
Durch die goldene Regel und das Verbot von Vergeltung wird jeder Staat abgelehnt. Denn jeder (noch so "gute" Rechts-)Staat basiert auf einem Gewaltmonopol. Der Staat wendet also Mittel an, die er seinen Untertanen verbietet.
Außerdem ist es der Existenz von Staaten inhärent, dass sie Kriege führen. Dagegen steht: "Du sollst nicht töten".
Und Jesus verbietet in Mt 5,33-77 jeden Schwur als "böse". Eine Menge -auch nichtstaatlicher- Herrschaft beruht auf Eiden
(nach meiner Lesart kann auch das Eheversprechen ein Eid sein, der hierunter fällt).
Christliche Anarchisten wissen, dass man Menschen nicht zu ihrem Glück zwingen kann, denn der Einsatz böser Mittel für gute Zwecke funktioniert auf lange Sicht nicht.

ugo, 30.05.2014, 13:11 Uhr
Antwort 27/32

weiter Warten?
Hallo gluehwurm,
lohnt es sich noch, auf eine Antwort von dir zu warten oder wollen wir diesen Thread lieber schließen?
Ich würde mich auch über ein abschließendes Statement von dir freuen, ebenso wie über einen weiteren Beitrag zur Diskussion, auf den ich antworten kann.

ugo, 25.08.2014, 21:56 Uhr
Antwort 28/32

Antwort
Hallo ugo,

ich werde noch einen Beitrag schreiben.
Tut mir leid, dass es so lang dauert.

Ich find es schade, dass sich so wenige an dem Thema beteiligen.

Beste Grüße!

gluehwurm, 27.08.2014, 23:53 Uhr
Antwort 29/32



vier Jahre später

komme ich mal wieder auf die Diskussion und finde es sehr schade, sie damals nicht zu Ende geführt zu haben.

An manchen Punkten habe ich meine Meinung geändert (auch zu deinen Gunsten, gluehwurm), einiges würde ich heute anders formulieren.

Ich fänd es cool, die Diskussion wieder aufnehmen zu können, vielleicht auch mit kürzeren, fokusierteren Beiträgen.

ugo, 05.11.2018, 13:58 Uhr
Antwort 30/32

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