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Wer ist ein Nazi?
Freitag Abend. Heidenau. Die NPD lädt zur Demo und 1000 (i.W. eintausend) kommen. Mal ganz davon abgesehen, dass vordergründig gegen die Einrichtung eines ehemaligen Baumarktes in eine Notunterkunft für Flüchtlinge demonstriert wurde, geht es doch um etwas ganz anderes: Im Gefolge von Bachmann und Konsorten, die ja, wie der Name ihrer Vereinigung deutlich macht auch nur gegen etwas sind, aber keine Idee für etwas vorbringen können, wittern die Nazis Morgenluft. Die Politik, in Sachsen und der Bundesrepublik angeführt von der CDU, hat über Jahre hinweg nichts weiter gegen dieses Pack getan, als vorsichtig einen zu kleinen Deckel auf den Topf zu halten in dem diese Scheiße kochte. Vor einem halben Jahr ist der Inhalt explodiert, die Politik steht rat- und tatlos daneben und nun kommen sie aus ihren Löchern gekrochen. Und das lustige daran: Sie wollen keine Nazis sein. Das ist es, was mir am Meisten stinkt. Und ich sage jetzt und hier: Es gibt kein dazwischen: Wer Vokabeln verwendet, die Nazis geprägt haben, ist ein Nazi. Wer die Sprache von Nazis übernimmt, ist ein Nazi. Wer zu Veranstaltungen geht, zu denen Nazis eingeladen haben, ist ein Nazi. Wer auch nur duldet, dass Nazis an seiner Veranstaltung teilnehmen ist ein Nazi. Wer bei einer Veranstaltung bleibt, wenn Nazis dazustoßen, ist ein Nazi. Wer Naziparolen in Gedanken oder Worten zustimmt, ist ein Nazi. Wer einen Nazi zum Freund hat, ist ein Nazi. Wer rumgrölt wie ein Nazi, ist ein Nazi. Wer Fragen stellt und keine Antwort zulässt, ist ein Nazi.

Es ist dabei völlig egal, ob Du Ärztin bist oder Pfarrer, Hochschulprofessor oder Lehrerin, Dachdecker oder Hausmeister, Landrat oder Angestellte, Schülerin oder Rentner. Entscheidend ist allein eine Frage: Willst Du dich menschlich verhalten wie ein Mensch oder willst du ein Nazi sein?
Und es ist egal, wie du dein Verhalten begründest, denn es gibt keine halben Nazis. So, wie es kein dazwischen gibt. Es gibt nur Nazis oder keine Nazis. Du allein entscheidest wo du hingehörst.

Und jetzt entscheide dich.
gerd, 23.08.2015


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Antworten 1-5 6-8

Ich wünschte es wäre so einfach...
Ich wünschte es wäre so einfach... aber ich glaub, das ist es nicht. Naziparolen? Muss man erstmal kennen. Nazis auf Veranstaltungen? Muss man erstmal erkennen. Der Freund, der bei einem Nazi Fahrschule macht - macht der mich auch zum Nazi? Ja, wenn ich ihm nicht klar sage, wie Nazi ich ihn finde.?.

Auf jeden Fall müssen wir (wieder?) sensibler werden. Mehr reden. Mehr aufklären. Mehr nachdenken.

tschirni, 24.08.2015, 21:34 Uhr
Antwort 1/8

meine Meinung
Zunächst bin ich der Meinung, dass, wenn man ernsthaft diskutieren bzw. auch Gespräche in der Meinungsecke auf jf.de oder sonstwo anstoßen will, die ergebnisorientiert sind, man immer sachlich bleiben und sich nicht von seinen Gefühlen leiten lassen sollte.

Ich finde es schlicht überhaupt nicht hilfreich, wenn man sich als gebildete Elite unseres Landes eines Vokabulars wie "Pack" und "Scheiße" bedient (auch wenn man so fühlt), um seinem Unmut Ausdruck zu verleihen, und um damit Mitmenschen zu bezeichchnen. Und warum? Das hilft uns nicht weiter! Das ist just die gleiche Herangehensweise derer, die wir belehren, bekehren und bessern wollen und denen wir uns, sind wir mal ehrlich, auch geistig immer sehr überlegen fühlen. Ich erlebe es häufig, auch in Diskussionen mit Freunden und sogar studierten Kirchenfürsten, dass man dort vielfach von oben herab auf die Menschen schaut, die der eigenen geschätzten Meinung nach in das Raster "Nazi" fallen. Aber Ideen für ein Miteinander (auch wenn das unsagbar schwer fällt) gibt es dort nicht oder nur sehr schwach ausgeprägt - ganz abgesehen von einem starken Willen dazu!

Aber ist es nicht das, was auch Jesus von uns will? Wie war das? Die Kranken brauchen den Arzt? - Nicht die Gesunden!

Das mag jetzt sehr fromm klingen und mitunter auch abgedroschen - aber trifft das nicht genau den Kern unseres Christseins? Etwas (wie Bonhoeffer) für seine Überzeugung zu riskieren?

Hier ist die Kirche, hier ist die Politik gefragt - hier ist unser Handeln nötig!

Wir müssen die Thesen derer kennen, wir müssen sie widerlegen!
Wir müssen aufklären.
Wir dürfen uns nicht zu schade sein, dieses Gedankengut auseinanderzunehmen. Wir dürfen nicht zu arrogant sein, um auf diese Menschen zuzugehen.
Denn wie wollen wir irgendwann dieses Ungemach tilgen, wenn wir nicht offensiv und dennoch sachlich dagegen angehen?
Steter Tropfen höhlt den Stein - Bachmann und Co. haben dies für meine Begriffe schon besser verstanden als wir, die wir uns Christen nennen und zum Bildungsbürgertum zählen!

In dieser brenzligen Situation hat ein für 12 Jahre neu gewählter Landesbischof nichts Besseres im Sinn, als eine Diskussion zum Thema Homosexualität anzustoßen und damit ebenfalls auf der Titelseite der "SZ" zu landen.

Ist es das, was Kirche kann, will und soll? Dann falle ich vielleicht vom Glauben ab!

Friedensgebete, wie in Heidenau,sind schön, gut und wichtig (vielleicht helfen sie sogar) - aber darüber hinaus?

Was können wir noch tun?

Vielleicht, Gerd, sollten wir uns zusammensetzen und beraten, was wir tun und wie wir uns vereinigen können!

In diesem Sinne - auf weitere hilfreiche Antworten zu diesem sehr wichtigen, brandaktuellen Thema

Euer Torsten

elton, 25.08.2015, 11:38 Uhr
Antwort 2/8

Nachtrag
Ich bin ja begeistert, wie umfangreich und leidenschaftlich dieses brisante Thema hier besprochen wird...

Zu diesem ganzen großen Themenkomplex "Menschheit & Menschlichkeit" fällt mir noch ein Zitat meines ehemaligen Arbeitskollegen Andreas ein:

Das Einzige, was auf der Welt gerecht verteilt ist, ist die Intelligenz! Niemand beschwert sich, dass er davon zuwenig hat...

In diesem Sinne...euer Torsten

elton, 26.08.2015, 13:21 Uhr
Antwort 3/8

Wenn es nur so einfach wäre
Ich stimme voll zu, dass Bezeichnungen wie "Asylkritiker" oder "Besorgte Bürger" verharmlosend sind.
Nur: Diese Aber-Nazis fühlen sich nicht angesprochen. Oder verwenden das Wort "Pack" als Selbstbezeichnung.
(Siehe auch http://blogs.faz.net/ deus/2015/08/26/wir- sind-das-pack-2846/)

Und selbst wenn, nationalistische Einstellungen sind weit verbreitet und Rassismus ist dem Nationalstaat inhärent.
Außer den grünlinks-versifften Gutmenschen ;) würden wohl schnell viele zu Nazis.

Dabei kann man auf so viele Arten menschenfeindlich sein und es fällt schwer, Frau Merkel als Nazi zu bezeichnen, weil sie einem palästinensischen Mädchen ins Gesicht sagt, dass dieser Staat ihr vielleicht all ihre Träume zerstören wird, nur weil "dort noch 10.000 mehr warten, die wir hier nicht alle aufnehmen können" (oder so ähnlich)
Rassistisch ist das trotzdem aber ohne würde kein Nationalstaat funktionieren.

ugo, 26.08.2015, 20:04 Uhr
Antwort 4/8

der Mensch
mich piept das gerade auch alles sehr an!
aber so einfach, ne, so einfach ist es wohl leider nicht.

so wäre ja nun jeder nazi - was den begriff extrem entkrampfen würde, fände ich nicht so gut.

es ist halt doch komplizierter.
und immer wieder eine Herausforderung, auch Mitmenschen mit den verrücktesten und härtesten Ansichten letztendlich als Arme Menschen zu sehen, wie wir alle Arme Menschen sind. "Die Sünde hassen aber den Sünder lieben."

Und doch, es braucht Klarheit, und Bestimmtheit, vor allem, wenn es so um die Verteidigung und Ausfüllung von Grundwerten und Idealen geht, wie jetzt. Sonst kann weder eine vernünftige Debatte stattfinden (die überfällig ist - wie elton schon meint, wenigstens ein bisschen faktenbasiert), noch der rechtsstaatliche Rahmen gesichert werden, für unser aller Alltag.
Solche offene Gewalt sollte nie, nie als Mittel der Wahl gesehen werden!

Und die Parolen und vereinfachten Darstellungen müssen mit Härte zurückgewiesen werden. Aber auch mit dem nötigen Schuss Liebe für den andern Menschen, gerade, wenn du ihn im Umgang mit dir vermisst.

Zusammensetzen finde ich gut. Finde ich immer gut.

undecided, 26.08.2015, 21:51 Uhr
Antwort 5/8

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